Es waren zwei “Ninja Bombs” AGM-114 Hellfire R9X!

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Al-Zahrawis Anwesen mitten in Kabul. Eine Heli-Landung wie gegen bin Laden kam diesmal nicht in Frage.

Zum Raketenangriff auf den Terrorführer Ayman al-Zahrawi werfen Experten geheimdienstlich und militärisch zwei Fragenbündel auf:

  • Wie identifizierte die CIA die Zielperson so sicher, dass Präsident Biden sein Placet gab? Und warum waren die USA nach der Attacke so sicher, dass es al-Zahrawi war? Reichte die visuelle Identifikation via Drohnen und Satelliten aus?
  • Wie gelang es der Luftwaffe, den Terroristen ohne Kollateralschaden zu töten? Warum kam seine Familie nicht um?

Sherwood: “Raketen mit Klingen”

In den Stunden nach Bidens TV-Auftritt beantworteten der Sprecher Jack Kirby und die Politikerin Liz Sherwood alle Fragen, soweit es die Geheimhaltung zuliess:

  • Die CIA habe al-Zahrawi ein halbes Jahr lang beobachtet. Sie habe genau gewusst, wann er im dritten Stock jeweils den Balkon betrat um zu lesen. Sie habe aber noch “andere Quellen am Boden” gehabt. Exakt diese Antwort erteilten Kirby und Sherwood zur Identifikation nach dem Anschlag.
  • Die US Air Force verfüge für ihre Predator-Drohnen über Hellfire-Raketen, die keinen Kollateralschaden anrichteten. Im Kontext zu al-Zahrawi sprach Sherwood von einer General Atomics MQ-1-Drohne und zwei Raketen mit Klingen (blades, wird auch übersetzt mit Messern).

Seit den beiden Pressekonferenzen bestätigen nun amerikanische und britische Medien: Bei den beiden Raketen handelte es sich um die AGM-114 Hellfire R9X “Ninja Bomb”. Im Gegensatz zur herkömmlichen Hellfire, wie sie den Iraner Soleimani tötete, explodiert die “Ninja” nicht. Sie tötet durch die schiere Wucht des Aufpralls und die sechs Klingen, die Sherwood verriet.

R9X mit Klingen.

Tötung durch “kinetische Energie”

Was die Tötung durch Aufprall betrifft, ist das die “kinetische Energie”, von der deutsche Generale reden, wenn sie “Waffeneinsatz” meinen. Dass sich die Amerikaner zur “Ninja Bomb” entschlossen, leuchtet ein: Ihre Operation gegen al-Zahrawi unterschied sich vom Angriff auf dessen Chef und Vorgänger Osama bin Laden. In der Nacht zum 2. Mai 2011 suchten Navy Seals mit Helikoptern bin Ladens Anwesen in Abbottabad auf, töteten ihn, sobald sie ihn erkannten, vermassen ihn und brachten ihn nach Afghanistan zurück, von wo sie die Leichte auf ein Kriegsschiff brachten.

Bin Laden hatte in Pakistan ablegen gewohnt, al-Zahrawi mitten in einem Kabuler Nobelviertel. Eine heroische Heli-Landung mit Seal-Einsatz fiel gegen ihn ausser Betracht. Amerikaner, Briten und Israeli setzen gegen Terroristen oft weniger heldenhaft ihre Raketen ein, sei es von Kampfhelikoptern, Drohnen oder Flugzeugen. Als bewährte Kampfdrohne gilt die MQ-1 Predator von General Atomics, welche gegen al-Zahrawi die Hellfire-Raketen trugen, die Lockheed Martin beisteuert.