Erhalten die Griechen sechs “türkische” F-35A?

Standard

 

Zwei F-35A flogen schon mit dem türkischen Emblem auf dem Leitwerk.

Über eine sensationelle Wendung im Viereck Türkei-Griechenland-USA-Russland spekuliert die seriöse deutsche Flugrevue. Als die russischen Almaz-Antei-Werke erste S-400-Triumf-Flab-Batterien nach Ankara lieferten, stoppten die USA den Verkauf von F-35A an die Türkei. Jetzt soll Amerika sechs F-35A, die für die Türken vorgesehen waren, den Griechen liefern.

Anzumerken ist, dass Präsident Erdogan mit dem Kauf des russischen Stealth-Jets Suchoi-57 liebäugelt. Das wäre für die Kooperation an der heiklenNATO-Südostflanke ein noch schwererer Schlag als der Erwerb der S-400. Die Flugrevue mutmasst:

2019 warfen die USA ihren NATO-Partner Türkei aus dem F-35-Programm, obwohl erste für die Türkei bestimmte F-35A bereits flügge oder direkt vor Fertigstellung waren. Nun könnten sechs der Stealth Fighter ausgerechnet beim ungeliebten Nachbarn Griechenland unterkommen.

Im F-35-Programm von Lockheed Martin war die Türkei kein Nobody: Die türkische Regierung hatte nicht nur geplant, bis zu 100 Exemplare der F-35A zu bestellen, sondern darüber hinaus auch Zulieferverträge für türkische Luftfahrtfirmen ausgehandelt, die ein Volumen von zwölf Milliarden $ besassen.

Im Sommer 2019 stoppten die USA die Partnerschaft trotzdem: Die Türkei hatte sich nicht abbringen lassen, entgegen eindringlicher Warnungen das russische Raketenabwehrsystem S-400 zu beschaffen.

Die Konsequenz war klar: keine F-35 für die Türkei, obwohl die ersten beiden bereits flogen und weitere in Produktion waren. Teile wird die Türkei noch bis 2022 an Lockheed Martin liefern. Solange gelten die Verträge. Dann ist auch hier Schluss.

Erste F-35 für Griechenland schon 2022?

Lange schwebte fortan die Frage im Raum, was mit den ersten acht für die Türkei gedachten F-35A geschehen solle. Ein Jahr nach dem Rauswurf des NATO-Partners aus dem Programm, im Juli 2020, beschloss das Pentagon, dass die Flugzeuge an die US Air Force gehen sollen.

Schenkt man nun aber griechischen Medienberichten Glauben, könnte auch dieses Szenario schon wieder überholt sein. Denn wie die Zeitung Estia berichtet, will Griechenland zur Modernisierung seiner Luftwaffe 20 F-35 ordern – und die ersten sechs Maschinen sollen schon 2022 in Griechenland eintreffen, gemeinsam mit den ersten in Frankreich bestellten Dassault Rafale.

Die griechische Luftwaffe will von Dassault Rafale-Kampfjets kaufen.

Laut Estia handelt es sich dabei um sechs ursprünglich für die Türkei bestimmte F-35A, wobei allerdings nicht klar ist, ob es sich tatsächlich um die ersten sechs Maschinen handelt. Griechenland will auch 18 Rafale kaufen. Die ersten Exemplare des französischen Fighters sollen ebenfalls 2022 bei den Hellenen eintreffen.