Eine Lagekarte sagt mehr als 1’000 Worte

Standard

 

Oft sagt eine prägnante Karte mehr als ein langer Text – besonders dann, wenn wir ihre Aussage auf den ersten Blick erkennen. Der amerikanische Stratege Edward Luttwak fasst die Konfrontation um die Ukraine mit drei Strichen zusammen:

Grün zeichnet Luttwak – aus sowjetischer Sicht – die Abwehrfront ein, die Stalin am 8. Mai 1945 militärisch erreichte und bis 1948 politisch verfestigte (ausser Jugoslawien, das Partisanen selber befreit hatten und unter Tito der UdSSR widerstand).

Mit dem Untergang der Sowjetunion, der schwachen Jelzin-Führung und der NATO-Osterweiterung entstand die orange Front von Kaliningrad nach Sewastopol: zum strategischen Hafen auf der Krim. Diesen “Rückschritt “um Hunderte Kilometer wertet die derzeitige russische Führung als “geopolitische Katastrophe”.

Darum widersetzt sich Präsident Putin einem NATO-Beitritt der Ukraine mit allen Mitteln. Ob ihm der Verlust des Ostblocks das Recht gibt, Kiew mit Aufmärschen zu bedrohen, steht auf einem anderen Blatt. Erneut insistiert er: “Wir wollen keinen Krieg”.

Luttwak hält den ukrainischen Beitritt zum Nordatlantikpakt offenbar für unwahrscheinlich. Zur blauen Linie schreibt er lapidar: “Gescheitertes NATO-Projekt zur Ukraine”. Wie dem auch sei – seine Karte führt uns einprägsam vor Augen, wie massiv ein NATO-Mitglied Ukraine unter einer pro-westlichen Kiewer Führung die Geostrategie erschüttern würde.

Noch so eine Illustration: Saboteure jagen in Charkow das Munitionsdepot der ukrainischen Armee in die Luft.