Eigenes Feuer: Zugführer tötet zwei Majore

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Ganz Israel trauert um die beiden Majore Ofek Aharon und Itar Elharar. Die beiden Kompanie-Kommandanten wurden nachts durch eigenes Feuer erschossen. Ein Zugführer hielt die Majore für Terroristen und eröffnete in der stockdunklen Nacht das tödliche Feuer.

Die Tragödie spielte sich in Nabi Musa ab, auf dem Stützpunkt des Egoz-Elitebataillons der Egozbrigade. Egoz gehört wie Sayeret Matkal, Shaldag und Shayetet-13 zu den Top-Formationen der israelischen Spezialkräfte. Umso tiefer greift die Bestürzung im Land. Dass zwei der Besten, der 28-jährige Aharon und der zwei Jahre jüngere Elharar im eigenen Feuer sterben mussten, trifft Israel frontal.

Zugführer hält die Majore für Terroristen

Die beiden Majore hatten ein Nachtschiessen inspiziert. Am Rand des äusseren Stützpunktzaunes bemerkten sie eine seltsame Gestalt. Wie die Einsatzregeln das vorschreiben, gaben sie Warnschüsse in die Luft ab, worauf der Mann verschwand. Ein Zugführer schritt die Wachen ab. Der Egoz-Oberleutnant hielt die Majore für Terroristen, die geschossen hatten. Er zog seine Waffe und eröffnete in der Dunkelheit das tödliche Feuer.

Ein Helikopter brachte die Majore ins Lazarett – zu spät. Generalstabschef Aviv Kochavi, früher selber Kommandant von Spezialkräften, erschien auf Platz und führte mit Zeugen die ersten Einvernahmen. In einer knappen Verlautbarung teilte er mit: „Die beiden Offiziere wurden nach misslungener Identifikation durch eigenes Feuer getötet“.

Zum zweiten Mal trifft eigenes Feuer die israelische Armee. Im dritten Gazakrieg 2014 geriet ein Merkawa-4-Panzer aus einem Haus unter Beschuss. Die digitale Freund/Feind-Erkennung meldete: Im Gebäude hockt nur Feind. Darauf schoss der Panzer Granaten. Doch im Haus kämpften gegen Araber auch noch sechs Israeli. Sie kamen alle um.