Ehre, wem Ehre gebührt?

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Ribbons, Orden, Titel – nie blüht der “Handel” mit militärischer Ehre so krass wie in Kriegen. Mein langjähriger Marschkamerad Dr. Franz Oexle hatte den Zweiten Weltkrieg als Nachrichtenzugführer im 146. Panzerartillerieregiment der 116. Panzerdivision überlebt. Von Kameraden, die nach dem Ritterkreuz gierten, pflegte er zu sagen: “Die hatten Halsschmerzen”; die oberste Auszeichnung für Tapferkeit wurde in der Wehrmacht um den Hals getragen.

Fast erwartet kommt nun aus Moskau die Nachricht, dass am 4. Juli 2022 Präsident Putin zwei Generale zu Helden Russlands ernannte. Generaloberst Alexander Lapin und Generalmajor Esedullah Abatschew erfahren die Ehre auf Vorschlag des Ministers Shoigu, der seinem Herrn die “Befreiung” des Oblast Lugansk gemeldet hatte.

Alexander Lapin, hier Generalleutnant, bei der Verleihung eines anderen Ordens 2017.

  • Als Armeegeneral Gennadi Zhidko an der Donbassfront die Verantwortung aufteilte, übertrug er dem Generalobersten Lapin das Kommando über den Zentralabschnitt, in dem Lapin die Städte Sewerodonezk und Lysychansk einnahm.
  • Die Speerspitze bildete die 8. Feldarmee, in der sich Generalmajor Abatschew ausgezeichnet haben soll. Abatschew dient der 8. Armee als stellvertretender Kommandant. In Russland trägt ein Generalmajor einen Stern, ein Generaloberst drei. Abatschews Armee gehört nominell zum Militärbezirk Süd, der im Februar und März 2022 die Landbrücke von der Krim zum Donbass errichtet hatte.

PS. Mein Freund Franz Oexle trug das Eiserne Kreuz. Es bedeutete ihm so wenig, dass er es später wegwarf – “gebührend entsorgte”, wie er sagte.