Drohnen schiessen Panzer ab

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9A52 Smerch – Armeniens Mehrfachraketenwerfer.

Türkische Kampfdrohne Bayraktar – eingesetzt in Syrien, Irak und Libyen, jetzt auch im Karabachkrieg?

  • Im Karabach-Krieg meldet Aserbeidschan am dritten Kriegstag, am 29. September 2020, erfolgreiche Kampfdrohnen-Angriffe auf armenische Panzer, gepanzerte Fahrzeuge und befestigte Stellungen. Der azerische Generalstab sucht das durch klassische Propagandabilder zu untermauern.
  • Die Azeris zeigen Videosequenzen, die von türkischen Drohnen aufgenommen worden seien. Offenbar lieferte Präsident Erdogan seinem muslimischen Verbündeten, dem azerischen Staatschef Aliyev, Bayraktar-TB2-Kampfdrohnen, wie sie auch in Syrien, Irak und Libyen zum Kriegseinsatz gelangen – und kürzlich in die Ukraine geliefert wurden.

Greift türkische Luftwaffe ein?

  • Mysteriöser lauten die Meldungen von der Luftkampffront. Armenien beschuldigt die Türkei, ein türkischer Jagdbomber habe einen armenischen Erdkämpfer Suchoi-25 Frogfoot abgeschossen. Die kleine armenische Luftwaffe besass vor dem Krieg 14 Su-25 sowjetischer Provenienz. Aserbeidschan und die Türkei stellen ein türkisches Eingreifen hart in Abrede. Die Azeris besitzen 19 Frogfoot.
  • Russland verlor über Syrien am 3. Februar 2018 einen Su-25-Erdkämpfer; abgeschossen von einem F-16 der türkischen Luftwaffe. Erdogan behauptete, der Russe habe türkischen Luftraum verletzt.

Sowjetisch-russisches Schlachtross: Suchoi-25-Erdkämpfer Frogfoot.

Scharfe Videofotos

Die azerische Führung startet und beendet ihre Videoaufnahmen “standesgemäss” in den Nationalfarben und mit dem Emblem der Streitkräfte. Aufgenommen von einer modernen, leistungsfähigen Kamera liefert die Drohne scharfe Bilder der kahlen Berglandschaft im Südkaukasus. Berge, fast vegetationslose Hochebenen, mitunter auch sandige Mulden ergeben das Bild des gemischten Panzer-Infanterie-Gefechtsfeldes. Dementsprechend führen die azerischen Angreifer ihre Treffer vor:

  • Eindeutig zu erkennen sind T-72A/B-Kampfpanzer, die von Raketen getroffen explodieren. Aserbeidschan meldet auch am dritten Kriegstag “massive” gegnerische Panzerverluste. Der Umfang der armenischen Einbussen ist schwer zu verifizieren. Vor dem Krieg besass Armenien insgesamt 101 T-72A/B. Beobachter berichten, das Gros stehe in Nagorno Karabach. Russland stationiert 72 T-72 und je 80 BMP-1 und BMP-2 im Kriegsgebiet.
  • Treffer sind ebenso auf gepanzerte, bewaffnete Radfahrzeuge auszumachen.
  • Quer durch die Front zieht sich das armenische Grabensystem. Die Verteidiger kämpfen aus teils befestigten Stützpunkten und langen Gräben. Die Azeris zeigen Raketentreffer auf befestigte Stellungen. Auf den Videosequenzen sind im Fadenkreuz die Einschläge von Lenkwaffen zu erkennen. Die Bayraktar-TB2-Kampfdrohne setzt in Syrien, Irak und Libyen die türkische Bokor-Rakete ein.

Armenische Berichte

  • Die armenischen Propagandaberichte richten sich auf den Boden- und speziell den Infanterie- und Artilleriekrieg. Immer wieder zeigen Videosequenzen Mörserabschüsse und -einschläge.

Russischer Mehrfachraketenwerfer 9A52 Smerch – starke Artilleriewaffe.

  • Prominent erscheinen Mehrfachraketenwerfer vom Typ 9A52 Smerch. Teleobjektive nehmen die rasch hintereinander einschlagenden Geschosse in der azerischen Hauptkampflinie auf.
  • Bei den Artilleriebildern konzentriert sich Armenien auf die russische 152-mm-Panzerhaubitze 2S3 Akatsiya. Die armenische Artillerie setzt ein Bataillon mit insgesamt 28 solcher Geschütze ein.
  • Von den Artillerieduellen berichten beide Parteien, solche fänden auch in der Nacht statt. Aserbeidschan beschuldigt den Gegner, weitreichendes Feuer auch ausserhalb des eigentlichen Kriegsgebietes Berg Karabach einzusetzen.