Drohnen: Aufklären – oder doch bewaffnen?

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In Niger montiert die Staffel 1/33 aus Belfort eine Bombe GBU 12 an die Drohne MQ-9 Reaper.

Im Berliner Bendlerblock, im Verteidigungsministerium, fand erneut eine ergebnislose Debatte zum Thema statt: Darf die Bundeswehr ihre Heron-Drohnen bewaffnen? Oder bleiben sie, wie die SPD will, der Aufklärung vorbehalten? Derweil bewaffnet Frankreich seine MQ-9-Reaper-Drohnen mit Bomben des Typs GBU-12, später mit GBU-49 und AGM-114-Hellfire-Raketen. Die Schweiz wird ihre sechs Hermes-Drohnen ausschliesslich zur Aufklärung einsetzen; sie lehnt ihre Bewaffnung strikt ab.

Frankreich hat, zwei Jahre nach der ersten Ankündigung, die ersten bewaffneten Drohnen in der Sahel-Region stationiert. Die Verteidigungsministerin Florence Parly meldete Vollzug: In Niamey, der Hauptstadt des Niger, testen französische Soldaten im scharfen Schuss ihre amerikanischen Drohnen vom Typ MQ-9-Reaper. Die Ministerin schreibt:

  • “Die französischen Streitkräfte haben im Rahmen der Operation “BARKHANE” vom Luftwaffenstützpunkt Niamey im Niger erfolgreich experimentelle Abschüsse bewaffneter Drohnen durchgeführt.
  • Ich möchte alle Mitarbeiter des Ministeriums beglückwünschen, die zwei Jahre nach der von mir angekündigten Entscheidung, unsere Überwachungsdrohnen zu bewaffnen, in die Einrichtung dieser neuen Fähigkeit eingebunden waren.

Später geplant: Der Einsatz von AGM-114 -Hellfire-Raketen.

  • Die bewaffneten Drohnen werden die Sicherheit unserer Soldaten am Boden erheblich verbessern und unsere Fähigkeiten angesichts eines schwer fassbaren Feindes stärken. Die bewaffneten UAV sind nun einsatzbereit und werden in der Operation “BARKHANE” eingesetzt.
  • Ihre Hauptaufgaben bleiben Überwachung und Aufklärung, aber sie können auch auf Schläge unter Einhaltung der Einsatzregeln ausgeweitet werden, wenn sich die Gelegenheit dazu ergibt: Der Druck auf bewaffnete terroristische Gruppen wird noch grösser sein. .
  • Dies ist eine neue Fähigkeit, keine Änderung der Lehre. Die Einsatzregeln für bewaffnete UAV sind genau die gleichen wie die für Kampfflugzeuge, mit denen sie sich ergänzen.
  • Diese UAV werden weiterhin vom jeweiligen Einsatzgebiet aus betrieben. Die Ankunft von bewaffneten Drohnen im Raum “BARKHANE” spiegelt unser anhaltendes Engagement für den Aufbau unserer modernen Armee wider.”

Bomben der Typen GBU-12, später mit GBU-49 und Hellfire-Raketen

  • Die Drohnen werden zunächst mit Bomben des Typs GBU-12, später mit GBU-49 und AGM-114-Hellfire-Raketen bewaffnet. Und wie die Bundeswehr steuert auch die französische Luftwaffe ihre Drohnen aus einer Bodenstation im Einsatzland – im Unterschied zu USA und Grobritannien, die das von ihrer Heimatbasis aus tun.

Eine MQ-9 der Armée de l’Air mit zwei Bomben GBU 12 in Niamey. Gut erkennbar vorne auch der Pod für die Aufklärung.

  • Die französische Ministerin greift Punkte auf, die in anderen Staaten eine Rolle spielen: “Dies ist eine neue Fähigkeit, keine Änderung der Doktrin”. Die Einsatzregeln für bewaffnete UAVs sind genau die gleichen wie die für Kampfflugzeuge, mit denen sie sich ergänzen.
  • Florence Parly hebt hervor, dass die Staffel 1/33 aus Belfort die bewaffneten MQ-9-Reaper von Niamey aus einsetzt, also aus dem Kriegsgebiet selber. Darin unterscheiden sich die Franzosen von den Amerikanern, denen sie die Reaper abkauften. Die USA betreiben ihre Kampfdrohnen aus Amerika: Die vier Hellfire-Raketen, die den iranischen Generalmajor Soleimani umlegten, wurden in Nevada abgeschossen.