Britische Söldner zum Tode verurteilt

Standard

 

 

 

Der 28-jährige Brite Aslin während der Verkündigung des Urteils.

 
Das Oberste Gericht der separatistischen Donezker Volksrepublik (DVR) hat am 106. Kriegstag, am 9. Juni 2022, drei Söldner aus den Reihen der ukrainischen Streitkräfte zum Tode verurteilt. Die Todesstrafe werde für „alle Verbrechen zusammengenommen“ verhängt, lautet die Urteilsbegründung. Bei den Angeklagten handelt es sich um zwei Briten und einen Marokkaner. Gegen das Urteil kann Berufung eingelegt werden. In London kündigt die Regierung an, sie unternehme alles, um die beiden Briten zu “befreien”. Dies sind:
  • Der 48-jährige Söldner Shaun Pinner.
  • Der 28-jährige Söldner Aiden Aslin.

Der Prozess gegen die drei Männer begann am 8. Juni 2022 unter weitgehendem Ausschluss der Öffentlichkeit. Den drei Söldnern werden Handlungen zur gewaltsamen Machtergreifung vorgeworfen. Laut Gericht haben die Angeklagten „ihre Schuld gestanden“. Einer der Männer habe zudem „zugegeben, in Terroranschlägen geschult worden zu sein“.

Die beiden Briten waren Mitte April in der südostukrainischen Hafenstadt Mariupol von prorussischen Kräften gefangen genommen worden. Nach dem russischen Einmarsch kämpften sie auf der Seite der ukrainischen Armee. Die russische Führung hatte allerdings in der Vergangenheit mehrfach erklärt, bei Ausländern würden nicht die internationalen Konventionen zum Schutz von Kriegsgefangenen angewendet. Das hielt in Moskau der Sprecher des russischen Generalstabs, Generalleutnant Igor Konaschenkow, in einem seiner Morgenbriefings fest.

In Russland gilt ein Moratorium auf der Todesstrafe. In den separatistischen Republiken Donezk und Lugansk gilt dieses Moratorium nicht. Die Hinrichtung würde durch Erschiessen vollzogen, sollten die Verurteilten mit ihrem Rekurs scheitern, was offen ist.