Div Heer 3: Sanktionen greifen schwach

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Es folgt Teil 3 der kritischen Gedanken von Div Fred Heer zum Ukrainekrieg.

Westliche Sanktionen

Die USA und die EU haben bisher beispiellose Sanktionen gegen Russland verhängt, um Putin zum Abzug seiner Truppen aus der Ukraine zu bewegen. Diese Sanktionen schaden der russischen Wirtschaft, doch Russland scheint von den bisher getroffenen Massnahmen nicht sonderlich beeindruckt zu sein.

Ob ein Ölembargo den Druck auf Putins Regime wirklich erhöht und die russische Kriegsmaschinerie entscheidend stört, darf zumindest angezweifelt werden. Erstens weil wichtige Abnehmer wie China und Indien dieses Embargo (noch?) nicht unterstützen und zweitens, weil wegen den drastischen Preisanstiegen für Öl und Gas die Einnahmen für Russland bei einem Importstopp nach Europa nicht einbrechen. Aus diesem Grund ist die Gefahr gross, dass man sich mit dieser Massnahme ins eigene Fleisch schneiden würde und daher stösst diese Massnahme innerhalb der EU auch auf Widerstand.

Klar: Noch schärfere Sanktionen würden noch mehr weh tun. Aber: Wir überschätzen vermutlich die Wirkung der Sanktionen auf den unmittelbaren Kriegsverlauf und unterschätzen die Leidensfähigkeit der russischen Bevölkerung. Die Russen können mehr Schmerz aushalten, als wir ihnen zufügen können, denn in Russland gibt es eine Tradition des Leidens. Ob der verwöhnte Westen und insbesonders die EU die gleiche Leidensfähigkeit hat, darf zumindest angezweifelt werden …

Auch gegen den Iran und Nordkorea wurden harte Sanktionen verhängt. Seither leiden beide Länder unter enormen Handelsbeschränkungen und sind vom internationalen Zahlungsverkehr abgeschnitten. Aber diese Sanktionen haben das iranische Atomprogramm lediglich verzögert und das nordkoreanische nicht einmal aufgehalten.

Haben wir auch das bereits wieder vergessen oder nie richtig zur Kenntnis genommen?