Die Zahl des Tages: 193 – zwei Beobachtungen

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Die Weltkarte der Johns Hopkins University: Corona hat die Erdteile noch immer im Griff.

 

Am 29. Juli 2020 meldet das BAG ungewöhnlich spät 193 neue Infektionen. Todesfälle bisher 1703.

Beobachtung 1: Der Querulant

Wir fahren auf dem Motorschiff “Stadt Radolfszell”, dem Flaggschiff der deutschen Untersee-Flotte von Mannenbach nach Iznang und zur Stadt am Zellersee, die dem Schiff den Namen gab. Maskenpflicht, versteht sich.

Auf dem Oberdeck verweigert ein etwa 60-jähriger Schweizer das Tragen der Maske. Einer der Matrosen fordert ihn höflich auf, die Maske anzuziehen. Wüster Protest des Schweizers – zum “Wortlaut” schweigt des Sängers Höflichkeit.

Um 14.35 legt die “Stadt Radolfszell” am Zielort an. Der Schweizer verlässt das Schiff “unter Absingen wüster Lieder”. Um 15 Uhr fährt das Schiff zurück in die Schweiz. Aber oha! Der Kapitän gibt dem Querulanten unmissverständlich zu verstehen: “Sie sind an Bod nicht mehr erwünscht – den Betrag für die Rückfahrt erhalten Sie an der Kasse.”

Wie der “Rechthaber” nach Mannenbach zurückkam, entzieht sich unserer Kenntnis.

Beobachtung 2: Für alle Gäste neue Tischtücher

Abendessen in der Gartenwirtschaft eines angesehenen Gasthofes am See. Die Wirtsleute legen weiterhin Wert auf weisse Tischtücher und perfekten Service. Frage an die Wirtin: “Verkaufen Sie an Sommerabenden auch einmal einen Tisch zweimal?” “Ja, aber unter strengen Auflagen. Das Tischtuch kommt in die Wäsche, die Servietten sowieso; die Tischfläche wird jedesmal desinfiziert, die Stuhllehnen auch. Und von Gästen, die wir nicht kennen, erbitten wir die Personalien; auch die anderen schreiben wir auf die Minute genau auf.”

Ein Detail: Die Vor-Corona-Speisekarte bleibt unverändert, die Preisgestaltung auch. Nur sind die Menu- und die Weinkarte jetzt laminiert – zur Reinigung nach jedem Gast.

Fazit

2 x die Schweiz – querulantische Minderheit und disziplinierte Mehrheit. Und jetzt 193 Infektionen am Tag.