Die Presse entdeckt das Ständemehr

Standard

 

Ungeachtet aller widersprüchlicher Umfragen von linken Medien stimmen wir am 29. November >

Siehe auch > 41% Ja, 58 % Nein – mit Vorsicht geniessen und SRF: 50% Ja, 45% Nein – Widerspruch zum Tagi

“Spät kommt ihr, doch ihr kommt.” Zehn Tage vor dem 29. November entdeckte die Zürcher Presse das Ständemehr doch noch.

  • Der Blick macht 12 Zentimeter hoch mit der Schlagzeile auf: “Die Schlacht wird in den Bergen entscheiden!” und schreibt, wesentlich kleiner, aber fett: “Die Gegner setzen ihre Hoffnungen – und Anstrengungen – daher in die vielen kleinen Bergkantone.”
  • Der Blick weiter: “Ausschlaggebend dürfte die Nord-Süd-Achse werden. Von Baselland und Solothurn hinunter über die Zentralschweizer Kantone bis ins Tessin. Heiss umkämpft sind da insbesondere die Berggebiete. Zum Beispiel Uri.”

Gleich 11 “Swing States”?

Konkret wird der Tages-Anzeiger. Schon in der Titelung spricht er von Schweizer “Swing States” (analog USA). Im Lauftext prägt er dann den Begriff “Effort-Kantone”:

  • Diese seien SH, ZH, BE, SO und BL, aber auch ZG, OW und GR. Dagegen werde in der Romandie und BS eine hohe Zustimmung erwartet.
  • Auf Anfrage hätten die Initianten – der Konzerninitiative! – als kritische Kantone genannt: UR, GL und VS.

Faustregel gemäss Tagi

  • Zur Faustregel, dass bei Initiativen ein knappes Volksmehr am Ständemehr scheitert, meint der Tages-Anzeiger in Zahlen: “Doch selbst falls 52 oder 53% der Bevölkerung (nicht des Stimmvolks? stimmt jetzt die ganze Bevölkerung? red.) Ja stimmen sollten, scheitert die Initiative mit einiger Wahrscheinlichkeit am Ständemehr.”
  • Das entspricht aller Erfahrung.

Fazit

  • Die genannten Zürcher Tageszeitungen basieren nicht auf der anderen Faustregel, wonach fünf Stände der Zentralschweiz, sechs Stände der Ostschweiz plus “zugewandte Orte” im Mittelland linke Volksinitiativen verwerfen.
  • Beide bringen sie UR ins Spiel, der Tagi in den Alpen auch VS, GL, OW und GR. Wie GR zählt SH traditionell zum Ostschweizer Block. SO und BL steuerten Nein-Mehrheiten schon aus dem Mittelland bei.
  • Der Zürcher Tages-Anzeiger sieht auch ZH und BE als Schlüsselkantone. Da behalten Armee-Befürworter den 27. September im Gedächtnis: Fast am Schluss warfen AG und TG das Steuer herum, und ZH und BE retteten die gut 8’000 Stimmen Vorsprung ins Ziel, an jenem Sonntag mit umgekehrtem Vorzeichen (Ja zum Kampfjet).
  • Alles in allem: viel Stochern im Kaffeesatz!