Die Mohrenstrasse

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Berlin: Station Mohrenstrasse.

Keiner zu stolz, Mohren zu eliminieren – siehe Migros und Konditor Dublers Mohrenköpfe. Zünftig ins Festnäpfchen traten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVB) mit ihrer U-Bahn-Station Mohrenstrasse.

  • Anfang Juli 2020 beschlossen die BVB: Die Station darf nicht länger Mohrenstrasse heissen. Ihr neuer Name ist Glinkastrasse, kreuzen sich doch an der Haltestelle die Mohren- und die Glinkastrasse.

Kreuzung Mohren- und Glinkastrasse.

  • Aber hoppla! Da war der Berliner Senat dagegen. Der neue Namensgeber, der russische Komponist Michail Glinka (1804–1875) war ein grossrussischer Nationalist und Antisemit. Oft verhöhnte er jüdische Komponisten wegen ihrer Religion.
  • Dann meldete sich die afrikanische Lobby zu Wort. Die U-Bahn-Station müsse Anton-Wilhelm-Amo-Strasse heissen. Amo (1703–1757) war der erste Philosoph und Rechtsprofessor afrikanischer Herkunft. Doch grub die Universität Halle Amos “Disputation” aus, damals die Habilitation. Sie trägt den Titel: “Über die Rechtsstellung des Mohren in Europa.”

Lerne!

  • Geschichte, die Summe aller Wissenschaften, ist eine wunderbare Sache, solange das Wort Leopold von Rankes gilt: “Geschichte stellt dar, wie es gewesen.” Ohne Vorurteil, sine ira et studio.
  • Sobald linke Historiker die Vergangenheit aus ihrer heutigen ideologischen Brille für ihren oft fanatischen Kampf heranziehen, wird Geschichte ein Fach voller Fussangeln. Verzerrt, kaputt, unbrauchbar.