Die Ladenhüter

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Jana Cernochovka: Bedeutende Geste.”

Wenn NATO-Staaten der Ukraine unter die Armee greifen, ist nicht alles Gold, was glänzt. Den Vogel schiesst Tschechien ab. Vollmundig meldet die Verteidigungsministerin Jana Cernochovka, ihr Land schenke Kiew 4’000 Artilleriegranaten vom Kaliber 152 Millimeter im Wert von 1,500’000 Euro – “als bedeutende Geste der Solidarität”.

Mit der tschechischen Artillerie ist es nicht weit her. Alles sind Ladenhüter:

  • 152 mm: 48 M-77 Dana (plus 38 eingemottet). Die Waffenschmiede KonštruktaTrenčín entwickelte das Dana-Geschütz in den frühen 1970er-Jahren. Es wurde 1977 in Dienst gestellt und reicht immerhin 18 Kilometer weit.
  • 120 mm: 40 M-1982 PRAM L Mörser (plus 45 eingemottet). 8 SPM-85 PRAM S Mörser. Etwas jünger als die Dana, aus den 1980er-Jahren, sind die PRAM-Mörser. Sie reichen, wie bei Mörsern üblich, acht Kilometer weit.

Das 152-mm-Geschütz M-77 Dana.

2015 beschloss die tschechische Regierung, zwischen 2020 und 2025 Gerät aus dem Kalten Krieg zu entsorgen und durch moderne Waffen zu ersetzen. Da trifft es sich gut, wenn man in der Ukraine 4’000 alte Granaten abladen kann – und das zum Stückpreis von 375 Euro. Und hoffentlich passt die Munition in die ukrainischen 152-mm-Rohre: Dana-Kanonen besitzt die Ukraine nicht, sie hat nur russische Geschütze.

Doch auch da gilt: “Einem geschenkten Geschoss, schaut man nicht in den Schoss.”

Der 120 mm PRAM L Mörser.