Syrien — Der tragische Medien-Irrtum

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„Der Syrienkrieg ist vorbei“

Im Sommer 2019 führte der immanente Herdentrieb vieler „Medienschaffenden“ zum tragischen Irrtum: „Der Syrienkrieg ist vorbei.“ Und sie klagten lauthals, die Flüchtlinge kehrten nicht zurück — allen voran die deutsche Tagesschau.

Wie konnten Redaktionen nur diesem eklatanten Irrtum erliegen? Vier indigene Kräfte und die fünf auswärtigen Mächte USA, Russland, Iran, Israel und die Türkei mischten den furchtbaren Krieg jeden Tag neu auf.

Ja, es stimmt: In der Regel „bluten Bürgerkriege aus“ — durch Erschöpfung einer oder aller Parteien. Aber wie konnten die Lehnstuhl-Experten übersehen, dass mehrere Lager stets neue Kräfte erhielten — und dass acht Kriegsjahre grundlegende Probleme nicht gelöst hatten?

Jetzt berichten dieselben „Fachleute“ wieder in teils kitschigen Berichten und oberflächlichen Reportagen — über exakt den Krieg, der im Sommer vorbei war.