Der Spruch des Tages

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Die Staatskunst des liberalkonservativen Generals Guillaume-Henri Dufour im Sonderbundeskrieg trug zur gelungenen Gründung des Bundesstaats 1848 bei.

Auf der Titelseite vermerkt heute die SonntagsZeitung ein “kleines Erdbeben” in der “akademischen Welt”. Da erfrechen sich bürgerliche Professoren, zu privaten Forschungsinstituten überzutreten oder gar ein solches zu gründen. “Zu guter Letzt” kommt der Satz des Tages:

“Kritiker befürchten, hier entstünden liberale Denkfabriken.”

Wir übersehen den missglückten Begriff “Denkfabrik” und nehmen das Beiwort “liberal” unter die Lupe. Potz tuusig! Exponenten der linken Mehrheit an den Hochschulen befürchten, dass da etwas Liberales entsteht.

Wo leben wir denn? Die Gründung des Schweizer Bundesstaates 1848 war ein genialer Vorgang, der die Eidgenossenschaft bis heute prägt: Sieben Bundesräte, das Zwei-Kammer-Parlament, das Ständemehr, die Volksrechte, die gemeinsame Währung, gemeinsame Zölle, die Aussenpolitik aus einer Hand.

Es war, so kurz nach dem Sonderbundskrieg 1847, ein durch und durch liberaler Akt, wesentlich erleichtert durch die Weisheit des liberalkonservativen Genfers Guillaume-Henri Dufour im Krieg und dann durchgesetzt von den frühen Freisinnigen. Was nur soll daran schlecht sein – es sei denn, man trage die linksgrüne Professorenbrille.

PS. Soeben erkoren in der deutschen CDU rund 250’000 Mitglieder den Wirtschaftsanwalt Friedrich Merz zu ihrem Vorsitzenden. Merz weiss das wirtschaftsliberale und das liberalkonservative Fundament hinter sich. Offenbar gab seine liberale Gesinnung im Dreier-Rennen den Ausschlag:Er erhielt 62% der Stimmen!

Der liberalkonservative Johann Konrad Kern, Bürger von Berlingen TG, schuf die Bundesverfassung von 1848, unbestritten ein Meisterwerk.