Das Interview des Tages

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Radoslaw Sikorski.

Nein, verehrte Leserinnen und Leser, mit dem Titel sind nicht gemeint: die Sottisen, die PSG (Priska Seiler Graf) in der NZZ gegen ihren ex-Parteifreund Mario Fehr verbreitet; und auch nicht das NZZ-Gespräch mit dem Nobel-Anwalt Nobel, der sich seiner Freundschaft mit Friedrich Dürrenmatt rühmt.

Es geht vielmehr um die Warnung, die der polnische Politiker Radoslaw Sikorski im deutschen Magazin Spiegel vor der russischen Armee erlässt. Sikorski sass zehn Jahre in der polnischen Regierung, zuerst als Verteidigungs-, dann als Aussenminister. Er kennt die russische Bedrohung.

Es genügt, Sikorski zu zitieren.

  • “Deutschland hat etwa 250 Kampfpanzer, Frankreich und Grossbritannien jeweils unter 230, während Russland noch über 13’000 Kampfpanzer verfügt.”
  • “Fragen sie mal die Ukrainer: Die Bedrohung durch eine russische Panzerarmee kennt man dort sehr gut. An der ukrainischen und belarussischen Grenze haben wir gerade den grössten Truppenaufmarsch in Europa seit Jahrzehnten erlebt. Strategisch wurde die Ukraine eingekesselt.”
  • Auf die Frage: Könnte eine solche Militärübung denn in einen Angriff umschlagen?”: “Wir sollten das nicht ausschliessen. Russland hat sein Militär nicht nur umfassend modernisiert, sondern hält es auch durch gross angelegte Manöver permanent in Bereitschaft. Im Gegensatz dazu hat die NATO seit Jahrzehnten nichtmehr geübt, wie sich US-Truppen an einem gross angelegten Militäreinsatz in Europa beteiligen.”

In Kaliningrad (rot) stehen S-400- und Iskander-Raketen. Innerer Kreis 400 km = Reichweite S-400. Äusserer Kreis 500 km = Iskander, die atomare Waffe, die Berlin, Kopenhagen, Krakau und Warschau erreicht.

  • “Russland hat die Aufrüstung der Oblast Kaliningrad abgeschlossen. Dort stehen jetzt Iskander-Raketen, die atomar bestückt werden können – weniger als 600 Kilometer von Berlin entfernt. Russland kann mit diesen Waffen also ein strategisches Ziel, die deutsche Hauptstadt, erreichen. Aber in Deutschland hat das keine Aufmerksamkeit erregt.”

 

Zu den 13’000 russischen Kampfpanzern …

… ist eine Anmerkung angebracht. 2’800 stehen im aktiven Heer im Dienst: T-72, T-80, T-90 und einige T-14. 10’200 stehen einsatzbereit in Lagern, werden derzeit aber in der aktiven Armee nicht eingesetzt (gleiche Typen).