Dänemark will Abkommen mit den USA

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Dänemark hat mit den USA Gespräche über ein potentielles Militärabkommen aufgenommen. Dies teilte die Premierministerin Mette Frederiksen am 10. Februar 2022 mit. Die neue Vereinbarung könne auch die Stationierung amerikanischer Truppen auf dänischem Territorium umfassen.

Wie Mette Frederiksen ausführte, wäre das eine Abkehr von der bisherigen Politik, keine fremden Truppen im eigenen Land zu dulden: „Es wäre ein Durchbruch nach Jahrzehnten der Nichtstationierung ausländischen Militärs auf dänischem Boden.“

In Washington begrüsste ebenfalls am 10. Februar Ned Price, der Sprecher von Aussenminister Blinken, Frederiksens Ankündigung. Im Mai 2021 schlossen die Vereinigten Staaten schon mit Norwegen ein entsprechendes Abkommen. Dänemark und Norwegen sind mit den USA auch via NATO verbunden.

Dänemark greift in die Ostsee aus

In der NATO beherrscht Dänemark den Zugang von der offenen Nordsee in die engere, verwinkelte Ostsee. Der Nordatlantikpakt führt für den „Baltischen Zugang“ ein spezielles Kommando. Befehlshaber ist in aller Regel ein bewährter dänischer Drei-Sterne-General, der den Grossen Belt, den Kattegat und den Skagerrak wie seine Westentasche kennt.

Im Zeichen der generell angespannten Lage verstärkt Dänemark seine Präsenz In der Ostsee. Der Generalstab entsendet die Fregatte „Peter Willemoes“ mit 160 Seeleuten in die Ostsee. Zudem unterstellt die Luftwaffe vier F-16 Fighting Falcon mit insgesamt 70 Mann der Befehlsgewalt der NATO.

Estland: „Starke Botschaft“

Der estnische Verteidigungsminister Kalle Laenet dankte Kopenhagen für die verstärkte Präsenz: „Dies ist eine äusserst starke Botschaft an Russland. Es gelingt Moskau nicht, unser Bündnis zu spalten.“

Von Norwegen und Dänemark ist bekannt, dass sie der NATO zur Verteidigung des Baltikums Kampftruppen stellen würden – wie zum Beispiel Grossbritannien, die USA und Kanada.

Generell ist zu beobachten, dass der russische Aufmarsch gegen Kiew die NATO-Nationen eint, die den Beistandsartikel 5 der Charta ernst nehmen. Am anderen Ende der Fahnenstange steht Ungarn, dessen starker Mann, Viktor Orban, die Stationierung von NATO-Truppen auf seinem Territorium ausdrücklich ablehnt.