Chinook-Heli und V-22 Osprey: Boeing stoppt Produktion

Standard

 

In Philadelphia stellte Boeing die Chinook-Heli-Produktion vorübergehend ein (be).

In einer a.o. Massnahme stellte am 3. April 2020 Boeing, nach Lockheed Martin der zweitgrösste Aviatik-Hersteller der Welt, in Philadelphia wegen Corona die Produktion vorübergehend ein. Direkt betroffen sind die H-47-Helikopter, der Senkrechtstarter V-22 Osprey und der neue Mehrzweck-Heli MH-139A Grey Wolf.

  • Die Firma begründete die Schliessung der Anlagen in Ridley Park mit dem jähen Ausbruch der COVID-19-Seuche im Werk.
  • Boeing unterbreche die Produktion, “um de Gesundheit der Angestellten, deren Familien und Umgebung zu dienen”. Die Unterbrechung geschehe in Übereinstimmung mit den Regeln der Trump-Regierung.
  • Im Werk Philadelphia sei eine Anzahl von Mitarbeitern positiv auf das Coronavirus getestet worden. Solange das Werk nicht produziere, würden sämtliche Anlagen einer umfassenden Desinfektion unterzogen.

Transporthelikopter H-47 Chinook Block-2

Chinook-Helikpoter bewähren sich in vielen Armeen (be).

  • Die Fabrikschliessung trifft Boeing beim Chinook-Heli mitten in der Erprobung von H-47 Chinook Block-2.
  • Boeing gab am 16. Januar 2020 den erfolgreichen Erstflug des H-47 Chinook Block-2 mit den neuen und verbesserten Rotorblättern bekannt. Die Rotorblätter aus Verbundwerkstoffen wurden ursprünglich für den Aufklärungshubschrauber RH-66 Comanche entwickelt, der jedoch nie in Serie ging.
  • Im März 2019 wurde bereits der erfolgreiche Erstflug des H-47 Block-2 – damals noch mit den Standart-Rotorblättern – durchgeführt.
  • Die neuen Rotorblätter verleihen dem Chiook zusätzlichen Auftrieb von 771 Kilogramm. Bei der ursprünglichen Planung für das Block-2-Programm war man von 680 kg (in 1’200 Metern Höhe und 35°C Außentemperatur im Schwebeflug) ausgegangen.

Mehrzweck-Helikopter MH-139A „Grey Wolf“

Der Mehrzweck-Heli Boeing-MH-139A stammt vom AgustaWestland AW-139 ab (be).

  • Das US Air Force Global Strike Command taufte den neuen MH-139A-Helikopter auf den Namen „Grey Wolf“.
  • Der „Grey Wolf“, der als Ersatz für die seit fast 50 Jahren genutzten UH-1N Huey dienen wird, ist eine grosse Anschaffung. Der Name „Grauer Wolf“ leitet sich von der wilden Spezies ab, die den nördlichen Teil Nordamerikas durchstreift, in dem auch die Basen für die Interkontinentalraketen des Air Force Global Strike Command liegen.
  • Der erst MH-139A ging an das Detachment 7, das aufgestellt wurde, um die Erprobung und Evaluierung des neuen Hubschraubers zu unterstützen. Das Kommando kooperiert mit der 413th Flight Test Squadron des Luftwaffen-Materialkommandos.
  • Die Militärheli sind eine Ableitung des zivilen AW139 von Leonardo. Sie werden die amerikanischen ICBM-Silos überwachen, die sich über Wyoming, Montana, North Dakota, Colorado und Nebraska erstrecken. Gegenüber den veralteten UH-1N bietet der MH-139 mehr Geschwindigkeit, Reichweite, Ausdauer, Nutzlast und Überlebensfähigkeit.
  • Zu weiteren Einsatzmöglichkeiten gehören die zivile Such- und Rettungshilfe, die Unterstützung bei Lufttransporten sowie die Unterstützung von bei Überlebenstrainings und Testprogrammen.

Senkrechtstarter V-22 Osprey

Ein V-22 Osprey des US Marine Corps (usmc).

  • Auch für den vielfach kriegserprobten Senkrechtstarter V-22 Osprey (engl. für Fischadler) wird die Produktion in Philadelphia unterbrochen.
  • Osprey hat mit dem Kipp-Rotor senkrechte Start- und Landefähigkeit. Das Hauptmerkmal sind die beiden Rotoren, die mit transversalen Rotoren nebeneinander angeordnet und mitsamt ihren Triebwerken an den Enden der Tragflächen schwenkbar montiert sind.
  • Mit vertikaler Stellung der Triebwerks- und Rotorenachsen drehen die je drei Propellerblätter in einer horizontalen Ebene und können so bei Start und Landung Auftrieb wie bei einem Heli erzeugen.
  • Für den Reiseflug schwenkt das Flugzeug beide Propellergondeln mit den Rotoren um etwa 90 Grad nach vorne und wird zu einem Flächenflugzeug mit Turbopropantrieb und entsprechender Reisegeschwindigkeit.
  • Zur Sicherheit sind beide Rotoren für den Fall eines Triebwerksausfalls über Transmissionswellen verbunden.
  • Mit nur graduell nach vorne gekippten Rotorachsen wird STOL, Starten und Landen auf kurzer Strecke. mit langsamer Geschwindigkeit erzielt.