Bruchlinien im Zürcher Regierungsrat

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Siehe auch > Bruchlinien im Bundesrat und Auch Sommaruga erwähnt Armee-Einsatz

V.r. Mario Fehr, Silvia Steiner, Nathalie Rickli, Kantonsärztin Christiane Meier.

Manchmal geben auch kleine Anmerkungen in Klammern Anlass zu Fragen an die Redaktion. Wir schrieben zur Corona-Politik wörtlich: “Da in Zürich die Medienkonkurrenz den Behörden stets eifrig auf der Spur ist, kennt man die Corona-Bruchlinien in der Zürcher Regierung.”

Nun kommen aus dem Mittelland und einem Alpenkanton Fragen, was das heisse. 

Weil gleich drei in der Stadt Zürich erscheinende Tageszeitungen unterschiedlicher Machart und Ausrichtung Namen nennen, sind die Bruchlinien in der Zürcher Kantonsregierung ein offenes Geheimnis:

  • Für schärfere Massnahmen plädiert die Gesundheitsdirektorin Nathalie Rickli (SVP). Sie weiss in ihrer konsequenten Linie die Zürcher Kantonsärztin Christiane Meier hinter sich.
  • Gegen “überstürztes Handeln” tritt der Sicherheitsdirektor Mario Fehr (SP) ein. Ihn unterstützt seine Parteikollegin, die Justizvorsteherin Jacqueline Fehr (SP).

Mario Fehr für Grossveranstaltungen.

  • Zu vermitteln sucht die Regierungspräsidentin und Bildungschefin Silvia Steiner (CVP), was zu ihrer umstrittenen Äusserung führte, Zürich halte sich noch zurück, erwarte aber vom Bund Massnahmen.

Bruchlinie Sport

  • In der Sache ist den Zürcher Tageszeitungen zu entnehmen: Eine inhaltliche Bruchlinie führt durch kontroverse, verhärtete Standpunkte zum Sport.
  • Mario Fehr lobte öffentlich die Massnahmen im Hallenstadion bei Eishockeyspielen der ZSC Lions. Er kritisierte die scharfen Eingriffe zu  Sportanlässen in anderen Kantonen. In der Zürcher Regierung gibt es dazu auch die gegenteiligen Position.

Paradox: Umgekehrt wie im Bundesrat

  • Den nationalen Medien ist zu entnehmen, dass parteipolitisch die Vorzeichen im Bundesrat genau umgekehrt lauten: Bundespräsidentin Sommaruga (SP) steht für harte Massnahmen, Bundesrat Ueli Maurer (SVP) für den Schutz der Wirtschaft.