Brigadier Droz: “Armee ist bereit”

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Brigadier Raynald Droz, Stabschef des Kommandos Operationen.

Brigadier Raynald Droz hatte heute, am 7. Dezember 2021, vor der Bundeshauspresse seinen gewohnt souveränen Auftritt. Der Stabschef des Kommandos Operationen legte dar:

  • Der Bundesrat hat den dritten “CORONA”-Einsatz der Armee beschlossen. Derzeit sind maximal 2’500 Mann bewilligt. Der Einsatz ist per 31. März 2022 befristet. Am 16. Februar 2022 beurteilt der Bundesrat die Lage neu. Je nach Lage wird er das Engagement der Armee dann verlängern.
  • “Die Armee steht da und ist bereit.” Wenn die Bestätigung kommt, läuft die Aktion innert 48 Stunden. Im Tessin steht schon eine kleine Reserve von 30 Mann bereit. Mit dem Beginn der dritten “CORONA”-Operation ist diese Woche zu rechnen.
  • Den Kadern werden die Einsatztage für die Dauer eines ordentlichen Wiederholungskurses angerechnet, das heisst 19 Tage. Der Bundesrat wird später über eine allfällige darüber hinausgehende Anrechnung an die Ausbildungsdienstpflicht entscheiden. Bei den bisherigen Einsätzen im Frühling und Herbst 2020 waren bis zu zwei Wiederholungskurse angerechnet worden.

Vier Stossrichtungen

Laut Brigadier Droz stossen die Spitäler an die Grenzen der Belastung. Die Armee nimmt vier Stossrichtungen wahr:

  • Personelle Unterstützung in den zivilen Spitaleinrichtungen im Bereich der allgemein Grund- und Behandlungspflege («Low-level-care»)
  • Unterstützung beim Impfen unter ziviler Einsatzleitung und kantonaler medizinischer Verantwortung
  • Unterstützung von Transporten infektiöser Patienten mit geeigneten Transportfahrzeugen und Fahrern
  • Unterstützung von Intensivpflegestationen ziviler Spitaleinrichtungen mittels personeller Verstärkung bei der Umlagerung von Intensivpflegepatienten (Ausbildung als auch Zertifizierung ist durch den Leistungsbezüger sicherzustellen) sowie materielle Unterstützung (Beatmungsgeräte und Monitoring)

Da der Assistenzdienst länger als drei Wochen dauert, muss ihn die Bundesversammlung genehmigen. Der Bundesrat wird dazu eine Botschaft zuhanden des Parlamentes verabschieden.

Gesuche von drei Kantonen

Bisher reichten drei Kantone in der Westschweiz Gesuche ein:

  • Jura.
  • Neuenburg.
  • Wallis.

Die Gesuche werden “akribisch geprüft” und auf die Subsidiarität abgeklopft:

  • Wie bei den ersten beiden Einsätzen müssen die Kantone in ihren Gesuchen aufzeigen, dass sie sämtliche ihnen zur Verfügung stehenden zivilen Mittel und Instrumente ausgeschöpft haben. Dabei handelt es sich um die Mittel von Zivilschutz, Zivildienst, und Feuerwehr wie auch aus dem privaten Sektor.
  • Unter anderem muss der Nachweis erbracht werden, dass auf dem Arbeitsmarkt kein zusätzliches Personal rekrutiert werden kann, dass die Möglichkeit, Arbeitslose anzustellen, ausgeschöpft wurde und dass Studierende der Medizin wie auch Samariter und weitere Freiwillige angefragt wurden und nicht mehr verfügbar sind.
  • Darüber hinaus muss aufgezeigt werden, dass andere Gesundheitseinrichtungen keine Patientinnen und Patienten übernehmen können und medizinisch nicht dringende Eingriffe verschoben werden, insofern dies Kapazitäten freispielt.

Aufruf an Freiwillige

Laut Brigadier Droz unternimmt die Armee grosse Anstrengungen, die Privatwirtschaft zu schonen. Auch werde davon abgesehen, Spitalpersonal aufzubieten, das jetzt ohnehin an der Front stehe. Raynald Droz rief wie schon 2020 Freiwillige zum “CORONA”-Dienst auf.

Wie erinnerlich, bot die Armee zum ersten “CORONA”-Einsatz zu viel Personal auf. Wie Droz ausführte, hat sie inzwischen Konsequenzen gezogen.

  • Im Herbst 2020 kalibrierte die Armee das Aufgebot präziser. Es galten nun strengere Vorgaben.
  • Diese Vorgaben werden für den dritten Einsatz übernommen.