Black Friday in London

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Ermittler am Tatort (bbc).

Wieder sucht der Terror die britische Hauptstadt heim – mit zwei toten Unschuldigen, mit drei Verletzten, mit unfassbar tapferen Passanten und dem erschossenen Messerstecher.

Der Mörder hiess Usman Khan und war 28 Jahre alt. 2012 war er wegen Terror zu einer langen Freiheitsstrafe von 16 Jahren verurteilt worden. Im Dezember 2018 kam er jedoch auf freien Fuss. Als er auf der London Bridge erschossen wurde, trug er eine Fussfessel.

Für präzise Analysen ist es zu früh. Hier kurz die Einschätzung unseres Grossbritannien-Experten, auch politisch.

  • Erneut, wie 2017, überfiel auf der London Bridge, die direkt zur City führt, zum Bankenzentrum, ein Attentäter unschuldige Menschen – Messern, wie die Terroristen damals. Laut Scotland Yard stach Usman Khan mit zwei langen Messern zu.
  • Wieder erschüttert ein Anschlag das britische Volk vor einer entscheidenden Parlamentswahl > wie 2017, als das Attentat der Regierung May schadete, die dann im Unterhaus die absolute Mehrheit verlor.
  • Noch ist es zu früh, die politische Auswirkung des neuen Verbrechens abzuschätzen > das muss die Wahl vom 12. Dezember 2019 erweisen. Nicht für die amtierenden Tories spricht, dass der Mörder während seiner Freiheitsstrafe auf freien Fuss gesetzt wurde. Der Richter Wilkie, der Khan zu 16 Jahren Gefängnis verurteilt hatte, warnte davor, Khan frei zu lassen.
  • Scotland Yard diagnostiziert einen Terrorüberfall > Bilder, die den Mörder mit einem langen Messer zeigen, bestätigen das. Die “getürkte” Bombe ändert nichts an der brutalen Messerstecherei.
  • Offenbar überwältigten Passanten den Mörder, dem sie das Messer entwanden > der Attentäter lag am Boden, als ihn die Polizei erschoss.
  • Die Polizei griff rasch ein. Scotland Yard geht vom Angriff eines Einzeltäters aus.                                M.F.

Hinten das Schild: City of London. London Bridge. EC4 (bbc).