BISS – Wie weiter mit dem F-35?

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Mit dem klaren Beschluss der SiK Ständerat pro F-35 erhält der amerikanische Kampfjet weiter Aufwind. So ginge es optimal weiter:

Phase 1: Parlament

  • In der Sommersession 2022 heisst der Ständerat die Motion gut, die vorsieht, dass für die Vertragsunterzeichnung das späteste Datum März 2023 ins Armeeprogramm aufgenommen wird – mit der Verpflichtung des Bundesrates, den Vertrag bis zu diesem Termin zu unterschreiben, GSoA-Initiative hin oder her. In der Standeskammer stehen 32 Bürgerliche der FDP, der Mitte und der SVP (plus Minder) 14 Vertretern der SP und der Grünen gegenüber.
  • In der Herbstsession 2022 zieht der Nationalrat nach. In der Volkskammer hält die SVP (mit Lega und EDU) 55 Sitze, die Mitte 31 und die FDP 29, ergibt im 200-köpfigen Rat die satte Mehrheit von 115 Stimmen. Wichtig ist die Mitte, die gewiss ihre einzige Vertreterin im Bundesrat, Viola Amherd, nicht im Stich lässt. Noch offen sind die 16 Stimmen der Grünliberalen.

Phase 2: Bundesrat

Nun hat der Bundesrat bis März 2023 Zeit, den Vertrag mit dem Pentagon zu unterzeichnen. Das Vertragswerk liegt unterschriftsreif vor. Die USA haben bereits unterschreiben. Lockheed Martin in Fort Worth, Texas, wartet auf die Schweizer Unterschrift.

Selbst wenn der Nationalrat erst in der Wintersession 2022 grünes Licht gäbe, könnte der Bundesrat den Termin einhalten. Auf die folgenden Phasen hätte das keinen Einfluss. Der optimale Ablauf bis und mit 2030 ist in der Offerte und dementsprechend im Vertrag festgeschrieben.

Phase 3: Fort Worth, Vorbereitung

Pratt & Whitney, eine Raytheon-Tochter, liefert die Triebwerke. Zusammen mit GE und Rolls Royce gehört die Firma zu den drei führenden Triebwerkherstellern der Welt.

Vom März 2023 an läuft gemäss Vertrag die Vorbereitung in Fort Worth. Ein Hochleistungsflugzeug wie der F-35 bedarf vieler Zulieferer. Northrop liefert das Radar, Pratt & Whitney das Triebwerk und so weiter. Lockheed Martin muss die Lieferungen auslösen und kann dann mit der Produktion beginnen. Realistisch wird die Vorbereitungsphase auf zwei Jahre veranschlagt. Will heissen: bis 2025.

Phase 4: Produktion

Lockheed Martin produziert vom F-35 nicht 88 Kanadier und dann 35 Deutsche und hernach 64 Finnen. Die Herstellung der Jets wird feiner “parzelliert” abgewickelt. Vier Israeli, drei Finnen, vier Polen und so fort. Wenn die Schweiz bis spätestens Ende März 2023 unterschreibt, beginnt die Produktion ihrer 36 Flugzeuge 2025. Dann sind von den Zulieferern die Bestandteile vorhanden. Die Herstellung verläuft gemäss vereinbartem Zeitplan.

Phase 5: Auslieferung

Immer unter der Voraussetzung, dass der Bundesrat den F-35-Vertrag spätestens im ersten Quartal 2023 unterschreibt, wird der erste Schweizer F-35A im Jahr 2027 ausgeliefert. Nach jetziger Planung – Stand Mai 2022 – werden 24 Maschinen in Fort Worth hergestellt, von denen acht zunächst für das Training der Schweizer Piloten in den USA bleiben. Acht Jets sollen in Cameri, Italien, gebaut werden, vier in der Schweiz, in Emmen, gefertigt.

Wenn alles gut geht und den Armeeabschaffern nicht noch irgendein fauler Trick einfällt, wird die Schweizer Luftwaffe 2030 insgesamt 36 Exemplare des weltweit modernsten Jets einsetzen, der überdies in Europa einen eigentlichen Siegeszug angetreten hat – gegen erbitterte europäische Konkurrenz.