BISS – Wie Tag und Nacht

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Die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft – eine verschworene Gemeinschaft.

Zuerst spielt die Eishockey-Nationalequipe an der WM in Riga. Wieder gewinnt sie, wieder ertönt die Nationalhymne, wieder halten sich die Spieler an den Schultern, eine verschworene Gemeinschaft – und wieder singen alle den Schweizerpsalm.

Am Abend stellt sich die Fussball-Nationalmannschaft vor dem USA-Spiel zur Zeremonie auf. Beim Schweizerpsalm beisst sich Captain Xhaka verbissen auf die Lippen. Torhüter Sommer und ein paar Schweizer singen – und der Rest schweigt demonstrativ. Shaqiri kann nicht einmal ruhig stehen; lieber würde er wie Rumpelstilz in den Boden versinken als die Hymne singen.

In der ersten Halbzeit entpuppt sich Shaqiri als “Totalausfall” – so im Originalton von Sascha Ruefer am Fernsehen. Nach 45 mühsamen Minuten wechselt der Trainer Shaqiri aus. Der Boulevard gibt ihm die Note 3: im Schulzeugnis “ungenügend”.

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Gewiss streiten Gelehrte in guten Treuen über Wert und Sinn staatlicher Repräsentation. Nicht alle halten die Tradition so hoch wie Briten, Franzosen, Skandinavier und andere. In Frankreich kulminiert das Bekenntnis zum Vaterland in der jährlichen Parade zum 14. Juli in Paris.

Frankreich – ein Land mit Sinn für staatliche Repräsentation.

Wir vertreten dezidiert den Standpunkt: Ein Staat, der auf sich hält, legt auch überall, wo er repräsentiert wird, eine tadellose Haltung an den Tag. Der Schweizer Passgang auf der Place de la Concorde hätte am Nationalfeiertag 2020 so nicht geschehen dürfen.

Wie wenig andere präsentiert Roger Federer die Schweiz auch im Ausland. Der Mann, den viele für den grössten Tennisspieler halten, bekennt sich heute im Tages-Anzeiger zu seiner Herkunft. Nimmt er an den Olympischen Spielen teilt? Antwort: “Es muss Sinn machen für mich, mein Team, meine Familie, mein Land.” Wie grandios wäre das, wenn für Roger Federer in Tokio der Schweizerpsalm erklänge.

Roger Federer: Weltstar – und verwurzelt in der Schweiz.