BISS – Wie der deutsche Geheimdienst versagte

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Wie so oft in Berlin in der Krise, rinnt es an allen Ecken und Enden. Vom 13. August 2021 bringt die Presse Protokollauszüge von der Sitzung des Krisenstabes.

Zuerst stritten der Sozialdemokrat Heiko Maas, seines Zeichens Aussenminister, und die ex-CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK), die Verteidigungsministerin, wer die Schuld trage am zögerlichen Vorgehen der Bundeswehr. AKK beschuldigte Maas, er habe sich mit Verweis auf ein fehlendes Bundestags-Mandat geweigert, die Bundeswehr-Mission auszulösen. Maas schob den Schwarzen Peter AKK zu.

Am 13. August 2021 verbreitete der arabische TV-Sender al-Jazeera die präzise Lagekarte mit dem Taliban-Vormarsch.

BND blamiert sich bis auf die Knochen

Dann war es war es der Bundesnachrichtendienst, der BND, der sich mit seiner Einschätzung komplett blamierte. Er prophezeite am Freitag vor dem historischen Sonntag: 

  • „Übernahme Kabuls durch Taliban vor 11. September eher unwahrscheinlich“
  • „Taliban haben derzeit kein Interesse an militärischer Einnahme Kabuls.“

Eine Fehleinschätzung klassischen Ausmasses.

Noch am Morgen des 15. August 2021 hält der Geheimdienst an seiner Fehlbeurteilung fest: Kabul könne „noch tagelang“ gehalten werden – Stunden später nehmen bärtige Männer mit AK-47 Kalaschnikows den Präsidentenpalast in Besitz > Kabul fällt in Taliban-Hand!