BISS – Was nun? kommt die Résistance?

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August 1944. Résistance bei der Befreiung von Paris.

Französische Partisanennehmen deutschen Fallschirmoffizier fest.

 

  • Am 21. April 2022 meldet in Moskau General Shoigu: Mariupol ist gefallen, die ganze Stadt in russischer Hand. Allerdings halten sich im Asow-Stahlwerk noch immer rund 2’000 Soldaten der ukrainischen 36.Marinebrigade und mehrere hundert Asow-Söldner verschanzt.
  • Auch wenn die Schlacht um Mariupol ihr Ende gefunden hätte, stellt sich militärisch zwingend die Frage: Was nun? kommt jetzt die Résistance?

 

Die “Welt” bezeichnet blau schraffiert zwischen Mariupol und Cherson “angebliche ukrainische Partisanen”.

Die deutsche Tageszeitung “Welt” markiert auf ihren Lagekarten blau schraffiert zwischen Mariupol und Cherson “angeblichen” Widerstand. Sie hat für eine ukrainische Résistance noch keine sicheren Belege. Aber sie tut gut daran, an die Eventualität eines langen, zähen Partisanenkriegs zu erinnern. Niemand weiss zum Beispiel in der Flächenstadt Mariupol, was die Ukrainer, womöglich auch das Asow-Regiment, bei ihrem Rückzug zurückliessen. 

Stay behind forces wurde das im Kalten Krieg gut Neudeutsch genannt: Geheime Kräfte, die eine Armee gut trainiert, gut gerüstet, hoch motiviert in Orten und Landstrichen zurückliess, wenn sie dem Aggressor Terrain überlassen musste.

Mindestens verbal drohte Präsident Selensky den Russen mehrmals langwierigen Widerstand an – für den Fall, dass diese grössere Gebiete der Ukraine besetzten; was bisher nicht geschah, sieht man von der Landbrücke Cherson–Berdjansk–Mariupol–Taganrog–Rostow am Don ab.

Stolze Partisanentradition

  • In die Militärgeschichte ging die von General de Gaulle geführte französische Résistance ein. Sie fügte den deutschen Besatzern von 1940–1944 schwere Schaden zu.
  • Auch Polen, Weissrussen, Serben, Mazedonier, Bosnier haben eine stolze Partisanentradition. In den polnischen und belarussischen Wäldern sabotierten ganze Partisanenbataillone, oft geführt von russischen Fallschirmoffizieren, den Nachschub der deutschen Wehrmacht permanent; sie trugen an der Ostfront erheblich zu den schweren Rückschlägen der Deutschen bei.
  • Am Balkan führte Marschall Tito von 1942–1945 seine Partisanen zum Sieg. Er befreite sein Land selbst. 1948 widerstand er Stalin. Das Zweite Jugoslawien geriet nicht unter sowjetisches Joch.
  • Den deutschen Widerstand führte Oberst von Stauffenberg an, der am 20. Juli 1944 im Berliner Bendlerblock mit Verschwörern das Leben liess, nachdem Hitler in der Wolfsschanze den Sprengstoffanschlag überlebt hatte.
  • Auch der Vietnamkrieg von 1964–1975 war im Kern ein Guerillakrieg, selbst wenn die nordvietnamesische Armee auch konventionelle Vorstösse durchzog.

 

Ehrentafel des Widerstands im Zweiten Weltkrieg

Marschall Tito (rechts) mit seinem Partisanenstab.

Französische Résistance unter General de Gaulle.

London, Juni 1940: Charles de Gaulle ruft zum Widerstand auf.

Polnischer Widerstand unter Führung russischer Offiziere.

Von ausgedehnten Wäldern aus sabotierte der Widerstand die deutsche Wehrmacht. Schwerpunkt in Polen, Belarus – und der Nordwestecke der Ukraine!

Oberst von Stauffenberg, deutscher Widerstand gegen Hitler.