BISS – Was eine OG kann und soll

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OG Bodensee, GV am See. Da oben verlief die Flugbahn der Kanonen, mit denen Prinz Louis Napoleon, später Kaiser Napoleon III., auf die Reichenau schoss. Mitte vorne Oberst Knill, noch als KOG-Präsident, am rechten Tisch orange Oberst Maurer, Armasuisse-Chef Land Systems, rechts Br Wüthrich, ex-Kdt Inf Br 7.

Die OG Bodensee wird von einem innovativen, einigen, modernen Vorstand geführt, der auch unter Corona immer wieder mit guten Ideen und Programmen aufwartet. In einem Rundschreiben bittet er die Mitglieder um Rat: Diese sollen Anregungen und Rückmeldungen zum Programm machen.

Als älteres Mitglied antwortete ich auf den Aufruf. Es folgt die Antwort, gekürzt um lokale Gegebenheiten.

Jede OG im Kanton Thurgau hat drei Hauptaufträge:

  • Staatspolitischer Kampf im Kanton (Standesstimme!)
  • Weiterbildung der Mitglieder
  • Pflege der Kameradschaft

Ihr erfüllt alle Aufträge sehr gut. Wenn ich die drei Aufträge in die Jahre 2021–2023 einbetten und aktuelle Gedanken zufügen darf, bewegt mich primär die Erosion in unserer Armee und der drohende Zerfall ihres staatspolitischen Fundaments.

Alles, was folgt, steht unter der zwingenden Forderung: Wir müssen uns auf ihre raison d’ètre der Armee zurückbesinnen: auf die Verteidigung von Volk + Land. Nur so lässt sich das Fundament bewahren, auch staatsbürgerlich. 

1. Staatspolitik

In Anbetracht des gerade in den sozialen Medien gegen uns geführten Kampfes der GSoA, der Civiva, der SP und (besonders gefährlich) der Grünen gilt unser Hauptaugenmerk dem staatspolitischen Fundament.

Das eigentliche Leben unserer KOG (das wage ich als ex-OGB- und KOG-Präsident festzuhalten) spielt sich in den beiden Sektionen Frauenfeld und Bodensee ab. Das ist keine Kritik an der KOG, sondern meine Erfahrung aus fünf Jahrzehnten. Es bedarf der sorgfältigen Abstimmung von KOG, OG Frauenfeld und OGB > auch die Sektionen sind aufgerufen, in ihren Regionen ihre staatsbürgerliche Verantwortung wahrzunehmen.

Insbesondere denke ich an die kommende F-35-Abstimmung. Auch wenn uns das Ständemehr und der Anti-Zwängeli-Reflex zugute kommen, treten wir aus denkbar knapper Ausgangslage an. Es fallen die Stimmen der Rafale- und Eurofighter-Fans weg > wir müssen argumentativ stark auftreten, so wie Ihr am 27. September 2020 glänzend zur TG-Standesstimme beitrugt. Euer vorbildlicher Einsatz ist pro F-35 erneut dringend nötig!

Auf das Ständemehr können wir uns nur verlassen, wenn unsere Gegner nicht mehr als 54%, 55% der Stimmen erzielen. Politisch ist das Volksmehr im Hinblick auf weitere Anti-Armee- und Anti-Rüstungsvorstösse von Bedeutung > der TG muss erneut einen satten Pro-Armee-Saldo liefern (wie andere Stände des Mittellandes, der Zentral- und der Ostschweiz).

2. Weiterbildung

Ihr bietet attraktive Programme an. Eine Nuance merke ich an:

In Anbetracht der Erosion würde ich das Angebot vermehrt wieder auf robust-militärische Einladungen konzentrieren. Die zivilen Anlässe in Ehren. Aber ich würde das Schwergewicht noch eindeutiger auf unsere USP, die Armee, verlegen. Auch Besuche bei Blaulicht-Organisationen in Ehren. Nur sollten diese einen Bezug zum Militär haben.

Nun liegt auf der Hand: Corona stellt kernige Truppenbesuche in Frage. Für die Zeit, in der solche wieder möglich sind: Anschauung bei tüchtigen Truppen stärken den Zusammenhalt, erweitern den Horizont und sind klassische militärische Weiterbildung.

Zu den Vorträgen ist es Spitze, dass mit KKdt Walser und Div Wellinger zwei Thurgauer zu uns kommen, und erst noch einer aus der Inf (Walser) und einer aus der Art (Wellinger).

Unabdingbar sind ebenso militärische Übungen wie Combat-Pistolenschiessen usw.

3. Kameradschaft

Keine Anmerkungen, das macht Ihr eh pico bello.