BISS – Viel Lärm um eine Omelette?

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Der Flugplatz Emmen. Er bietet gute Arbeitsplätze und Lehrstellen.

 

Der Schutzverband der Bevölkerung um den Flugplatz Emmen (SFE) protestiert gegen den Typenentscheid für den F-35. Der Bundesrat habe den lautesten der vier Bewerber ausgewählt.

Der SFE erweckt den Eindruck, der F-35 verursache in und um Emmen mehr Fluglärm. Zu dieser Aussage sind Zweifel anzumelden:

  • Für die drei F-35-Staffeln sind definitiv die Militärflugplätze Payerne und Meiringen vorgesehen. Es wird Flugbewegungen in Emmen geben, auch zur dortigen RUAG; aber die 36 F-35A werden andernorts stationiert.
  • Der F-35A gehört zur 5.Generation. Deshalb braucht er deutlich weniger Flugbewegungen als Jets der 4. Generation. Der Lärm hält sich in Grenzen.
  • Die Armasuisse und das VBS legt Wert auf die Feststellung, dass sie das Kriterium Lärm gründlich in die Evaluation miteinbezogen und diesem KriteriumRechnung trugen.

Der Schutzverband macht von seinem Recht auf freie Meinungsäusserung Gebrauch. Doch im Verhältnis zum Kern, zur Sicherheit unseres Landes, neigt man doch zu einem geflügelten Wort der Romands;

Tant de bruit pour une omelette”

 

F/A-18 der Schweizer Luftlande landet in Emmen.

 

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Aufschlussreich ist eine Debatte innerhalb des Schutzverbandes zur Sechs-Milliarden-Abstimmung vom 27. September 2020. Im Vorfeld setzte es im Verband eine Diskussion um Ja oder Nein ab. Es gab durchaus auch Stimmen, die nicht zuletzt wegen den zahlreichen guten Arbeitsplätzen und Lehrstellen rund um den Flugplatz für die Annahme der Vorlage eintraten.

Interessant ist nun die Stellungnahme, die der SFE-Präsident Hafen noch am Abstimmungssonntag abgab. Dies vor allem im Licht der Gemeinde-Resultate zur Bundesratsvorlage pro Kampfjet:

  • Emmen: 4’537 Ja, 3’917 Nein
  • Hochdorf: 2’046 Ja, 1’565 Nein
  • Rothenburg: 2’023 Ja, 1’618 Nein

oder der kant. Zustimmung: 92’184 Ja, 75’853 Nein

 

Es folgt die Verlautbarung des SFE-Präsidenten vom Abstimmungstag:

“Auch im konservativ geprägten Kanton Luzern ist die Kampfjetvorlage relativ knapp angenommen worden. Das Resultat in den direkt betroffenen Gemeinden ist ein klares Signal, bei der Beschaffung und bei der Stationierung der Kampfjets Mass zu halten. Die Leitsätze des Schutzverbandes der Bevölkerung um den Flugplatz Emmen (SFE) gewinnen an Bedeutung.

Die Stadt Luzern, von der mindestens die Hälfte der Bevölkerung direkt vom Fluglärm betroffen ist, hat die Kampfjetvorlage klar abgelehnt. Und auch die Standortgemeinde Emmen hat sie trotz Drohungen und Versprechungen betreffend die Arbeitsplätze deutlich unter dem kantonalen Schnitt angenommen. Gemessen an der Bevölkerungszahl ist damit ein klares Zeichen zum Masshalten gesetzt worden.

Die Leitsätze des SFE – Begrenzung der Anzahl Flugbewegungen, Reduktion des Fluglärms, Beibehaltung der Flugbetriebszeiten mit Flugpausen in der Nacht, über Mittag und am Wochenende und eine Sommerflugpause von mindestens sechs Wochen – bleiben topaktuell und müssen bei der Umsetzung der Kampfjetbeschaffung beachtet werden.

Emmenbrücke, 27. September 2020
Luzius Hafen, Präsident Schutzverband Emmen”