BISS – Schlechte Nachricht: die Milliarde

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Schon ist der Kampf pro F-35 die Bergauf-Schlacht.

Für alle, die mit aller Kraft für den F-35 kämpfen, bringt das VBS eine schlechte Nachricht: Der Jet kostet nicht, wie am 30. Juni 2021 propagiert, 5,086 Milliarden Franken, sondern 6,035 Milliarden. Das sind bad news, schlechte Nachrichten – nicht in der Sache, sondern in der vielbeschworenen “Kommunikation”.

  •  Sachlich lässt sich die Milliarde sehr wohl begründen. Im VBS herrscht sogar eine gewisse Gelassenheit. Mit Faktoren wie Teuerung oder Währung erklärt das Departement die Differenz plausibel. Die 6,035 Milliarden waren früh bekannt und liegen in der Streuung des Kredits.
  • Aber: Politisch wirkt die Milliarde verheerend. Am 30. Juni operierte Bundesrätin Amherd explizit mit den 5,086 Netto-Milliarden, womit sie ein starkes, positives Signal pro F-35 setzte. Jedoch verschwieg sie den 6,035-Brutto-Betrag.

“Argumente”-Strassen

Hier geziemt sich der Blick auf den Gegner, wie sich das gehört. Wenn wir dessen bisherige Propaganda via Tages-Anzeiger, Radio und Fernsehen richtig deuten, kristallisieren sich im Moment drei “Produktelinien” heraus:

  • “Die Zahlen sind falsch, erstunken und erlogen. Der Luxusjet kostet mehr. Da sind noch viele Kosten verborgen.”
  • “Die CIA fliegt mit. Mit dem F-35 begibt sich die Schweiz in die Klauen des Pentagons. Wir werden total von den USA abhängig.”
  • “Wir brauchen gar kein derart teures Spielzeug. Für die Luftpolizei tun es andere, günstigere Modelle. Der F-35 ist überzüchtet und weist Hunderte Mängel auf.”

Fass ohne Boden?

Wenn es richtig ist, dass der Schweizer gut kalkuliert und auch per Portemonnaie stimmt, dann kann das erste GSoA-Argument tödlich werden.

“36 Jets für lediglich gut fünf Milliarden, das kann ja nicht sein”, dachten am 30. Juni viele. Dann konterten wir. Mit dem Skaleneffekt hatten wir ein probates Gegengift: Vom F-35 produziert Lockheed Martin zwischen 3’000 und 4’000 Exemplare – ungleich mehr als Boeing und die europäischen Konkurrenten > ergo bietet die Firma ihren Jet so günstig an.

Und jetzt das! Am Stammtisch heisst es: “Aha, also doch, mit den fünf Milliarden war nichts, jetzt sind wir schon bei sechs.” Und schlimmer noch: “Was kommt noch? ein Fass ohne Boden?”

Ja, die Milliarde lässt sich Schritt für Schritt recht gut begründen. Aber erklären Sie das dem Bürger, der monoargumentativ stimmt, dem ein Argument, das seines Erachtens stärkste, einleuchtet – in aller Regel ein einfaches. Ihn bestätigt der “kommunikative” GAU des VBS im Gefühl: “Die fünf Milliarden stimmen nicht, waren beschönigt, frisiert, ein Köder, der uns in die Irre führen soll.”