BISS – Sechs Landungsschiffe stossen vor

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Von St. Petersburg in den Atlantik – und dann?

Die 117 Pyotr Morgunov, Projekt 11711, Ivan Gren-Klasse.

Das Landungsschiff 102 Kaliningrad, aufgenommen am 17. Januar 2022 im Grossen Belt.

 

Die NATO meldet am 21. Januar 2022 die Fahrt von sechs grossen Landungsschiffen der russischen Marine mit unbekanntem Ziel. Von der Ostsee her kommend, streben sie jetzt in den Atlantischen Ozean. Es handelt sich um die Einheiten:

Von der Baltischen Flotte

  • Korolev
  • Minsk
  • Kaliningrad

Von der Nordflotte

  • Olenegorsky Gornyak
  • Pyotr Morgunov
  • Georgii Pobedonosets

Die amphibische Landungsstreitmacht wurde von den Dänen beobachtet, wie sie am 17. Januar 2022 von der Ostsee durch den Grossen Belt in Richtung Kattegat und Skagerrak vorstiess. Die NATO hielt die Durchfahrt fotografisch fest. Die drei Schiffe aus dem hohen Norden hatten die drei Einheiten der Baltischen Flotte in der Ostsee verstärkt, bevor sie miteinander in Richtung Nordsee aufbrachen.

Am 21. Januar 2022 meldete Grossbritannien – wie Dänemark ein NATO-Staat der ersten Stunde – die Passage der sechs Schiffe durch den Aermelkanal. Auf einer Karte hält der Nordatlantikpakt den Standort an diesem Tag zwischen Cornwall und der Bretagne fest – beim Eintritt in den Atlantik.

Gibraltar, Dardanellen, Bosporus

Alles weitere ist Spekulation: Die Karte verlängert den Kurs um Portugal, Gibraltar, Sizilien, die Ägäis und die türkischen Meerengen ins Schwarze Meer. Etliche westliche Kartenskizzen enthalten unter ihren russischen Angriffsachsen gegen die Ukraine eine amphibische Landung vom Schwarzen Meer aus mit Stossrichtung Odessa. In den kommenden Tagen wird man mehr wissen: Sollte die NATO recht behalten, passierte der Sechser-Verband mehrere markante Passagen: Gibraltar, die Dardanellen, das Marmara-Meer und den Bosporus.

Die russischen Landungsschiffe sind auf 25 Radschützenpanzer und das entsprechende Personal ausgelegt. Fünf der sechs beobachteten Einheiten stammen alle aus dem Kalten Krieg und gehören zum damaligen “Projekt 775”. Sie sind 112 Meter lang, 15 Meter breit, verdrängen 4’400 Tonnen und weisen eine Besatzung von 87 Mann auf. Zwei der gemeldeten Boote wirkten 2008 im Georgien-Krieg mit, als die russische Marine-Infanterie am Schwarzen Meer die georgische Hafenstadt Poti besetzte. Andere Schiffe evakuierten Russen 1986 aus dem Yemen, als dort der Bürgerkrieg ausbrach.

Einer anderen Generation entstammt die 117 Pyotr Morgunov. Sie gehört zum Projekt 11711, zur Ivan Gren-Klasse. 2020 bestand die moderne Einheit ihre letzten Prüfungen, bevor sie in Dienst gestellt wurde.

Sollten die sechs Schiffe des “Projekts 775” ins Schwarze Meer einlaufen, würden sie die russische Landungsflotte gegen Ukraine namhaft verstärken.

Die anderen vier “Projekt 775”-Einheiten, aufgenommen von Dänemark

016 Georgii Pobedonosets.

127 Minsk.

017 Olenegorsky Gornyak.

130 Korolew.