BISS – Quatorze Juillet, und keiner fiel aus dem Tritt

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Die Fregatte Bretagne.

Frankreich feiert einen fabelhaften Quatorze Juillet. Das Fersehen zeigt die Parade stolz, ohne den geringsten Seitenhieb.

  • TF1 bringt zudem eine Reportage aus den Landes; in der Operation “ATLANTIQUE” landen Cougar-Helikopter Spezialkräfte an, und aus 300 Metern Höhe springt eine Kompanie Fallschirmsappeure ab. Ihr Kommandant, Capitaine Michel, noch ausser Atem: “Wir besiegen die Terroristen, wir bauen wieder auf, was sie zerstörten.”
  • France 2 rapportiert aus Rumänien. 215 Kilometer von der Ukraine trainieren Franzosen bei Brasow den Kampf der verbundenen Waffen. Rumänische Piranha-V mit Kanonenturm eilen den Franzosen zu Hilfe. Vor der norwegischen Küste bekämpft die Fregatte Bretagne feindliche Unterseeboote. Wieder schwebt ein Heli heran; er “versenkt” ein Sonar, das den Gegner aufspürt.

Thierry Burkhard.

In Paris nehmen Präsident Macron und General Thierry Burkard die Parade ab. Burkard befehligt die französische Armee. Tausende paradieren, und keiner fällt aus dem Schritt. Gewiss, es ist Repräsentation, hundertfach geübt, eingeschliffen – und so ohne Fehl und Tadel.

Ein gewisses Mass an Repräsentation braucht jeder Staat, der auf sich hält. Frankreich und die Briten kommen diesem Auftrag stolz, präzis und mit angeborener Würde nach: die Franzosen am Tag des Bastillesturms 1789, das Vereinigte Königreich am 11. November, am Remembrance Day zur Erinnerung an die Opfer auch von 1914–1918. Viele Briten und Alliierte tragen im November im Gedenken an die Flandernschlachten die Mohnblume (poppy flower).

Auf den Champs-Élysées ist der Höhepunkt schwer zu benennen. Sind es die Kampfpanzer Leclerc? die Infanterieformationen im Qarré? die CAESAR-155-mm-Haubitzen, die auch in der Ukraine 50 Kilometer weit schiessen? die Fremdlegionäre mit eigener Musik in schwerem Schritt? oder die Reiter der Republikanischen Garde?

Respekt für den Nachbarn

Sei’s drum. Als Schweizer bekundet man dem Nachbarn im Westen Respekt:

  • Aufrecht, ruhig, souverän nimmt der Präsident den Vorbeimarsch ab – ein Mann, der keine Geliebte im Schwarzwald unterhält und als Privatpilot nicht in fremde Sperrzonen fliegt.
  • Vom ersten bis zum letzten Mann erfüllt jeder auch am Feiertag seinen Auftrag. Gewiss, in Paris ist es kein Werktag, keine Kaserne, keine Kampfbahn, alles ist programmiert. Doch auch am Atlantik, im Draculaland von Rumänien und in Nordnorwegen stellen alle ihren Mann. Auch das mag eingeübt sein. Doch es ist hohe Schule, stets im feiner Kooperation, sei es operativ unter Nationen, sei es taktisch.
  • Und dann das Fernsehen! TF1 und France 2 überbieten sich in sachlicher Präsentation der Armee. Es rapportieren Professionals, zu Lande, zur See und in der Luft verstehen die Kameraleute das militärische Handwerk, es ist keine Propaganda; aber wie in London am 11. November kommt die Armee korrekt, gerecht, positiv zu Geltung.

Man stelle sich so einen Tag in der Schweiz vor. Das Fernsehen SRG erhielte den Auftrag, Stunden lang sachlich über unsere Armee zu berichten – es würde peinlich, ein Reinfall.

PS. Von den Pariser Sozialisten wurde nicht bekannt, dass sie den Überflug der Luftwaffe, die Patrouille de France und den motorisierten Vorbeimarsch bekämpften … Auch von dreitägigen Luft-Spritztouren ihrer Würdenträger verlautet nichts …