BISS – Putin: Israel darf Syrien angreifen

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Sotschi: Putin empfängt Bennett.

  • Seit dem 13. Juni 2021 hält sich in Israel die Acht-Parteien-Koalition an der Macht, die den zähen Premier Natanyahu stürzte. In der Aussen- und Militärpolitik halten im Kabinett mehrere Generale, an der Spitze Benny Gantz, Israel auf Kurs. Der neue Premier Naftali Bennett rührt in Sicherheit des Tafelsilber nicht an.
  • Schon unter Netanyahu bombardierten F-15I und F-16I iranische Ziele in Syrien. Rücksicht nahmen die Piloten stets auf Russlands Präsenz im Bürgerkriegsland. Am 22. Oktober 2021 gelang Bennett mit Wladimir Putin ein diplomatischer Coup: Der russische Präsident gab ihm das Placet, dass Israels Luftwaffe, verstärkt neu mit dem F-35I Adir, ausgesuchte Ziele in Syrien weiterhin angreifen darf. Iran ist für Israel in seinem Überlebenskampf der gefährlichste Gegner.

“Dekonfliktion”

Zur stillschweigenden russisch-israelischen Übereinstimmung gehört die militärische “Dekonfliktion”:

  • Als Putin am 30. September 2015 starke Luftwaffenverbände nach Syrien verlegte, einigten sich der russische und der israelische Generalstab auf “Linien der Dekonfliktion”. In verständlichem Deutsch: Es ging beiden darum, bei israelischem Eingreifen über Syrien Zusammenstösse mit den russischen Su-24, Su-25, MiG-31, Su-34 und (für kurze Zeit) Su-57 zu vermeiden.
  • Zeitlich und räumlich wurden und werden permanent Linien gezogen, die dafür sorgen, dass die beiden Luftwaffen aneinander vorbeikommen. Das gelingt. Der Abschuss des Russen-Aufklärers Ilyushin-20 im September 2018 ging auf einen Schiessfehler der veralteten syrischen S-200-Flab zurück.

Rücksicht auf Russlands Stützpunkte

Die russischen Flieger operieren vom Stützpunkt Hmeimim bei Latakia aus. Wenn Israel in Syrien iranische Ableger bekämpft, achten die Piloten peinlich darauf, keine Russen oder russische Einrichtungen zu treffen. Im Fall der mittelsyrischen Basis T-4 gehen sie so weit, dass sie dort zwischen syrisch-iranischen und russischen Hangars unterscheiden. Letztere werden verschont.

Russische Su-34 in Hmeimim.

Ilyuschin-76. Nach- und Rückschub.

Su-34: Piloten und Mechaniker im Wüstentenue.