BISS – Massgeschneidert für unseren Lufttransport

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Die ATR42-500 HB-ALN von Zimex Aviation.

 

Siehe auch > BISS – Riesenvogel: Brauchen wir den?

 

Oberst i Gst Jürg Kürsener unterbreitet im folgenden Text massgeschneidert eine gute Lösung für den militärischen Lufttransport unseres Landes:

  • Er schlägt vor, dass eine private Firma zwei Transportflugzeuge, zum Beispiel C-130J Hercules erwirbt und mindestens eine Maschine permanent so auf Pikett hält, dass die Luftwaffe jederzeit auf sie zurückgreifen kann.
  • Selbst den Betrieb dieser Maschine durch die Luftwaffe bringt Kürsener zur Debatte. Im Einsatzfall würden militärische Besatzungen das Transportflugzeug fliegen.
  • Kürseners Ansatz hätte den entscheidenden Vorteil, dass die Flugzeuge nicht Monate lang herumstünden und die Crews nicht zu Trainings-Weltmeistern verkämen. Auch könnten in Anbetracht anderer grosser Luftwaffen-Investitionen und der wachsenden Bedürfnisse des Heeres (endlich die Löcher der “Friedensdividende” stopfen!) mehrere 100 Millionen für den Flugzeugkauf gespart werden.

Zimex fliegt seit 50 Jahren in Krisenländer

  • Oberst i Gst Kürsener nennt konkret die angesehene, seit 50 Jahren erfolgreich operierende Firma Zimex Aviation, die in aller Welt Krisenzonen anfliegt und zur vollen Zufriedenheit aller auch für den militärischen Lufttransport von Basel-Mulhouse in den Kosovo verantwortlich zeichnet.
  • Ein Ansatz, den es gründlich zu prüfen und zu vertiefen gilt! Eine pragmatische Schweizer Lösung! Bund und Privatwirtschaft ziehen am gleichen Ende des Stricks!
  • Und wir würden uns nicht in ein politisch-militärisches Abenteuer stürzen, das ausgerechnet die Sozialdemokraten lancieren – die Partei, die seit 2011in ihrem Programm konstant die Abschaffung der Armee fordert.

 

Jürg Kürsener schreibt unserer Redaktion:

“Warum nicht Transportflugzeuge für die Schweiz mit einer massgeschneiderten Lösung?

Vor Jahren hat das Parlament unter «gütiger Mithilfe» der SVP den Kauf eines oder mehrerer Transportflugzeuge abgelehnt. Auch jetzt – nach dem Afghanistan-Desaster und der Unterstützung der Bundeswehr für das Ausfliegen der Schweizer Bürger und ihren afghanischen Unterstützer – soll der Bundesrat kein Interesse am Kauf eines oder mehrerer Transportflugzeuge haben.

Andere sollen weiterhin diese Arbeit für uns machen. Eine reichlich egoistische Einstellung, die allerdings nicht neu ist. Welche Gegenleistung erbringt eigentlich die Schweiz dafür, dass andere für sie diese teils gefährliche Verantwortung wahrnehmen? Die SWISS fliegt im Krisenfalle und aus verständlichen Gründen nicht in Gebiete wie Kabul. Sie hat immerhin die Ausgereisten mit einem Flug in Taschkent abgeholt. Die kritische Ausflugsoperation aus Kabul haben Militärtransporter übernommen, dieses Mal solche der Bundeswehr.

Man will offenbar lieber weiterhin auf die Hilfe, Gunst und Abhängigkeit von Dritten bauen. Eine reichlich kurzsichtige Politik, die allenfalls wegen dem derzeit laufenden Geschäft um den F-35 noch erklärbar ist. Auf lange Frist aber keine Alternative ist. Eines Tages werden sich vielleicht keine finden, die für uns die unbequeme Arbeit übernehmen.

Die HB-ALN in Bern-Belp.

Es ist möglich, dass Transportflugzeuge in der jetzigen sicherheitspolitischen Ausrichtung der Schweiz und in Normalzeiten kaum ausgelastet wären. Versicherungsleistungen werden bekanntlich auch nur im Notfalle beansprucht.

Aber es gäbe durchaus alternative Modelle, die den Erwerb von einigen Transportflugzeugen auch wirtschaftlich attraktiv erscheinen liessen. Es gibt zum Beispiel eine Firma in der Schweiz (Zimex Aviation), die schon wiederholt angeboten hat, beispielsweise zwei Transportflugzeuge zu erwerben (damals war die Rede von C-130J), die für eigene Zwecke verwendet würden, von denen aber immer eine Maschine dem VBS jederzeit zur Verfügung stehen würde, allenfalls sogar mit einer militärischen Besatzung.

Zimex hat seit 50 Jahren weitreichende Erfahrung mit Flugoperationen in Krisengebieten weltweit sammeln können und fliegt seit Jahren auch die Kontingente der Schweizer Armee in den Kosovo, hat also gute Erfahrungen mit dem VBS gesammelt, und umgekehrt. Der Goodwill seitens von Zimex wäre vorhanden. Details liessen sich in vertieften Gesprächen klären. Warum nicht einmal ein solches Joint-Venture zwischen Bund und Privatwirtschaft wagen?                     

Jürg Kürsener, 5. September 2021″