BISS – Kürsener: Rüstungschef zu 80%?

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  • In der rot-grün-lila-regierten Stadt Zürich wurde die Stelle des Stadtpolizei-Kommandanten zu 80–100%  ausgeschrieben. Oberst Daniel Blumer, der abtretende Amtsinhaber, trat an die Öffentlichkeit: “Mit 80% ist dieses Kommando nicht zu bewältigen.” Sein Nachfolger wurde dann zu 100% gewählt. Gut so!
  • Nun schreibt uns Oberst i Gst Jürg Kürsener zur Armasuisse, der Behörde, die in den nächsten Jahren den Kauf des neuen Kampfjets, von BODLUV und der dringend notwendigen Rüstungsgüter für das Heer stemmen muss:

“Herrlich weit haben wir es gebracht. In der NZZ von heute ist die Ausschreibung für den neuen Rüstungschef zu sehen, und jetzt kommts:  eine 80–100% Stelle. Unglaublich. Man stelle sich vor, der neue Rüstungschef arbeitet also von Montag bis Donnerstag, seine Mitarbeiter vermutlich am Freitag und vielleicht auch am Samstag auch noch, die C VBS und der CdA wohl 120%.

Der neue Chef Armasuisse kann also die anstehenden Beschaffungsvorhaben, die im Rahmen der Ukrainekonfliktes noch erheblich zunehmen werden, in einem 80% Pensum bewältigen. Kann er das? Hätte der jetzige Amtsinhaber das gekonnt? Oder hatte er 20% seiner Zeit nichts zu tun?

Hat der Wahnsinn nun auch das VBS erreicht? Wie will Frau Amherd bzw der Ausschreiber, Generalsekretär Eder, diese Schlüsselfunktion, die einem Bereich vorsteht, der ohnehin permanent unter Druck steht und über Jahre (zu)viel Fachkompetenz abbauen musste, gegenüber der Politik, der Armee, den Mitarbeitern und der Öffentlichkeit rechtfertigen? Was für ein Signal sendet die Chefetage des VBS damit aus? Wird morgen die Position des CdA als Teilzeitstelle oder im Jobsharing ausgeschrieben?

Der Woke und/oder Gender-Wahnsinn scheint offenbar bis in die obersten Chefetagen des VBS um sich zu greifen. Wohl gemerkt, es geht hier nicht um die Verantwortung über Krankenkassenprämien oder um ein neues Filmgesetz, es geht um die Sicherheit der Schweiz, die in diesen Tagen besonders an Bedeutung gewinnt. Sollte man meinen.

Man kommt nicht um den Eindruck herum, dass so etwas kann nur in einer Armee passieren kann, die schon lange nicht mehr echt gefordert worden ist. Letzteres mag ja ganz schön sein, nützt aber dem möglichen Ernstfall von morgen nichts. Zeugt das noch von Verantwortungsbewusstsein oder ist es schlicht eine Zeitgeistmasche?

Jürg Kürsener