BISS – Kenne Deinen Gegner: “Panikkauf”!

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Wie an dieser Stelle dargelegt, dürfen wir die Anti-F-35-Initiative nicht auf die leichte Schulter nehmen. Auch wenn Aussicht besteht, dass die Schweiz den F-35-Vertrag spätestens im März 2023 unterzeichnet, bleibt Wachsamkeit geboten: Wir müssen die Abstimmung gewinnen. Unsere Gegner rechnen offenbar mit einem Urnengang 2024 – nach den eidg. Wahlen vom Oktober 2023, eventuell gemäss ihrer Sprachregelung bei “entspannter Weltlage”.

Den ersten Kommentar pro frühen Kauf schrieb ausgerechnet Mario Stäuble, Co-Chefredaktor des oft linkslastigen Tages-Anzeigers. Am 5. März 2022 forderte er in seinem Leitartikel: “Es liegt am Parlament, die gesprochenen Milliarden rasch freizugeben, und dann am Bundesrat, die Verträge – auch vor der Abstimmung – zu unterzeichnen.”

Beschleunigt vom Krieg macht nun auch der Bundesrat vorwärts. Im heutigen Tages-Anzeiger kreuzen Edgar Schuler und Fabian Renz die Klingen. Bevor wir uns nach Sun Tzus Regel “Kenne Deinen Gegner” Renz zuwenden, sei Schuler mit einem triftigen Argument zitiert:

“Nun kann man sich fragen, was Leute, die sowieso Armee und Luftwaffe abschaffen wollen, zur Typenwahl glaubwürdig beitragen können.”

Renz jedoch gehört in der Tagi-Redaktion mit Philipp Loser, Gregor Poletti und Christoph Lenz zum “agitatorischen Flügel” der wehrfeindlichen Linken. Er beherrscht sein Handwerk und auch die Regel: “Worte können töten”. Argumentativ bietet er so gut wie nichts. Der Krieg hat den Pazifisten die Sprache (fast) verschlagen. So häuft Renz in einem relativ kurzen Kommentar eine unerhörte Sequenz von Wörtern an, die “töten” können:

Unterschriftenbögen = Altpapier, Paragrafenleiche, Notrecht, zur Konsultativabstimmung degradiert, Pech für Sie, Politikverdrossenheit, als ob die Sicherheit der Schweiz am seidenen Faden hinge, Panikkauf, 88’000 Vollidioten.

Genau gezählt, neun Schlagworte auf gesamthaft einer Spalte! Das ist Weltrekord. Dafür bietet Renz im argumentativen Abschnitt nur die Binsenwahrheit, dass Lockheed Martin auch nach Ende März 2023 “das Interesse an dem 6-Milliarden-Deal “nicht verliert. Ganz gewiss wahr!

Aber: Renz kennt die Aviatik-Branche so wenig, wie er von der Armee eine Ahnung hat. Lockheed Martin liefert Tausende F-35 in kleinen Tranchen aus: Vier Israeli, fünf Polen, drei Deutsche, sechs Finnen und so fort. Wenn die Schweiz den Termin vom 31. März 2023 verpasst, fällt sie massiv zurück. Nie und nimmer wäre der letzte Jet 2030 da. Wir bekämen eine Fähigkeitslücke – in einer Zeit, in der wir auch nach dem F/A-18 eine starke Luftwaffe brauchen.

Doch das weiss Fabian Renz nicht; oder er will es nicht wissen.