BISS – Jeanne Carignan, Generalleutnant

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Generalleutnant Jeanne Carignan.

Colonel Carignan (vorne) in Afghanistan.

Generalleutnant Jeanne Carignan ist 52 Jahre alt. Sie wurde von der kanadischen Armee als erste Frau in einer kombattanten Funktion in den Generalsrang befördert. Jeanne Carignan machte ihre Truppenlaufbahn bei den Panzersappeuren – in einer Waffengattung, die ganz eindeutig zu den Kombattanten gehört. Als sie Brigadegeneral wurde, übernahm sie die Operationen der Armee. Als Operationschef der angesehenen kanadischen Streitkräfte behielt sie kombattanten Status.

Armeen haben ein feines Gespür, was Karrieren angeht. In der Schweizer Armee erreichten mehrere Frauen als Chef FHD oder MFD den Brigadier-Rang. Die letzte Frau, die so Höherer Stabsoffizier wurde, war die kompetente Bernerin Doris Portmann (1998–2005). Als Germaine Seewer 2013 als erste Frau aufgrund ihrer Laufbahn Brigadier wurde, hob das die Militärfachpresse zu Recht hervor. Derzeit führt Divisionär Seewer als Kommandant die Höhere Kaderausbildung der Armee.

Jeanne Carignan.

Zurück zu Jeanne Carignan. Sie zählt zu den Frauen, die ihren Aufstieg der eigenen Tüchtigkeit und nicht irgendwelchem Firlefanz verdanken. Wie alle Frauen, auf die das zutrifft, findet sie hohe Anerkennung. Nur schon Jeanne Carignans Panzersappeur- und Auslandeinsätze lassen aufhorchen:

  • UNO-Militärbeobachter auf dem Golan (UNDOF).
  • Abkommandierung an das US Army Command and General Staff College in Fort Leavenworth.
  • Minenräumung in Bosnien.
  • Kommandant 5 Combat Engineer Regiment.
  • Kommandant Task Force Kandahar Engineer Regiment in Afghanistan.
  • Stv Kommandant 5 Canadian Mechanized Brigade Group.
  • Stabschef Joint Task Force Central.

College Saint-Jean: “Wahrheit, Pflicht, Mut”.

  • Kommandant Royal Military College Saint-Jean.
  • Kommandant Training Mission Irak.

Am Funk an der Kandahar-Front, Afghanistan.

Als prägenden Einsatz hebt Jeanne Carignan ihr Afghanistan-Engagement im Kampf um Kandahar hervor. Kandahar war mit Helmand eine der beiden umkämpftesten Provinzen überhaupt. Im Süden blieb es den Kanadiern, den Briten und Amerikanern vorbehalten, die Taliban an der gefährlichsten Front zurückzuschlagen. Das war 2009/2010, als noch kein Präsident den Taliban den Rückzug auf dem Silbertablett offerierte.