BISS – Es waren Speznaz, wie vermutet

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1. März 2014. Die “kleinen grünen Männlein” auf der Krim. Von wegen! Das hier ist Speznaz-Elite.

 

Im Propagandakrieg unterscheiden wir drei Typen von Quellen:

  • Weisse Quellen: Auftraggeber und Absender offen, beide identisch, suchen wahrheitsgetreu zu informieren. Gutes Beispiel: Der britische Dienst “Forces”, der mit offenem Visier für die britischen Streitkräfte wirbt, ihre Tradition verteidigt und ihre aktuellen Leistungen hervorhebt (wie soeben Kabul).
  • Graue Quellen: Einseitig, propagandistisch, geben sich objektiv. Laufen unter falscher Flagge, Auftraggeber ist unklar. Aktuelles Beispiel: der Dienst “Southfront”, der jeden Tag von Kriegen mit aktuellen, präzisen Karten aufwartet und im Text manchmal für Russland und vor allem für Russlands Verbündete Stellung nimmt (wie pro Asad im Syrienkrieg).
  • Schwarze Quellen: Springen mit der Wahrheit beliebig um. Dient sie, so wird sie verbreitet. Stört sie, wird sie ins Gegenteil verkehrt. Absender ist erlogen. Beispiel aus dem Kalten Krieg: Der “Deutsche Soldatensender 904” gab vor, aus Westdeutschland zu senden und aus erster Hand über Missstände in der Bundeswehr zu informieren. Kam in Tat und Wahrheit von einer DDR-Agitprop-Zelle mit Sender bei Magdeburg.

Aus einer grauen Quelle

Was folgt, stammt von einer klassischen grauen Quelle. Auf dem Internet wartet “InfoNapalm” immer wieder mit Details und Dokumenten aus den russischen Streitkräften auf. Stossrichtung: Annexion der Krim 2014 und der anschliessende Krieg um das Donbass (Ostukraine).

Der Dienst ist ukrainisch gefärbt und wird in zwölf Sprachen verbreitet, was grossen personellen Aufwand bedingt – kaum zu tragen von Privaten. Manchmal liegt die Vermutung nahe, “InfoNapalm” werde vom ukrainischen Geheimdienst alimentiert.

Mit einem speziellen Schlager trumpft “InfoNapalm” zur Krim-Besetzung in der Nacht zum 1. März 2014 auf. Der Dienst listet sechs Verbände auf, welche die Krim ohne Hoheits-, Verbands- und Gradabzeichen in Besitz nahmen.

Sie gehören alle zur russischen Militärelite. Wie in der westlichen Presse wiederholt vermutet, war die Hälfte Speznaz. Je ein Grosser Verband kamen von der Luftlandetruppe, der Luftwaffe und der Marine-Infanterie.

Auf der Liste finden sich Truppen, die einzeln immer wieder als mögliche “Eroberer” der Krim genannt wurden. Neu an der Aufzählung von “InfoNapalm” ist die Tatsache, dass eine Quelle kompakt sechs Verbände aufführt. Es sind dies:

  • 45. Speznaz-Brigade, Militäreinheit 28337, aus Kubinka bei Moskau. Die Brigade wird zu Recht den Luftlandetruppen zugerechnet, obwohl sie ihren Auftrag auf der Krim terrestrisch erfüllte. Der einzige Fallschirmabsprung bei Kertsch wurde nie bestätigt.
  • 3. Speznaz Brigade, Militäreinheit 21208, Togliatti.  
  • 25. Speznaz-Regiment, Militäreinheit 05525, Stawropol. Ein selbstständiges Speznaz-Regiment.
  • 98. Luftlandedivision, Militäreinheit 65451 aus Iwanowo. “InfoNapalm” beschuldigt den Traditionsverband, er habe an Operationen auf der Krim und in der Ostukraine teilgenommen.
  • 331. Luftregiment, Militäreinheit 71211, Kostroma. Soll an Operationen auf der Krim und im Donbass teilgenommen haben.
  • 727. Marine-Infanterie Bataillon (unterstellt der Kaspischen Marine), Militäreinheit 20264, Astrachan. Soll auf der Krim, im Donbass und in Syrien Krieg geführt haben.

Die Speznaz-Verbände sollen von den Olympischen Winterspielen in Sotschi, die ohne Zwischenfälle verliefen, direkt auf die Krim verlegt worden sein.