BISS – Die 76. Luftlandedivision

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“ZAPAD 2017” – Absprung eines Regiments der 76. Gardeluftlandedivision.

 

  • Aus Anlass des Grossmanövers “ZAPAD 2021” in Belarus und im Militärbezirk West informiert der russische Generalstab “freigebiger” als sonst; auch wenn die täglichen Communiqués recht knapp gehalten sind und strenge Kontrollen durch die obere Führung verraten.
  • Dass dem Generalstab daran liegt, seine besten Truppen ins rechte Licht zu rücken, zeigt ein Vorausbericht über die 76. Gardeluftlandedivision, die in Pskow nur 100 Kilometer von Lettlands Ostgrenze stationiert ist. Luftlandeverbände zählen zu den Elitetruppen, die strenger Geheimhaltung unterworfen sind; dennoch gibt Moskau Bilder vom ersten Einsatz der Fallschirmjäger frei – am Boden.

Wie sich die Division schützt

Das Thema der dürren Verlautbarung lautet: Wie schützt sich ein Luftlandeverband am Boden? Welche modernen mobilen Schutzsysteme stehen ihm zur Verfügung?

Schultergestütztes Fliegerabwehrsystem.

Der Verband habe sich, so der Text, von Pskow auf den Waffenplatz Obuz-Lesnovsky in Weissrussland verschoben. Sofort habe er den neuen Einsatzraum in Besitz genommen und in alle Richtungen gesichert. Die Fallschirmjäger hätten die Aufklärung intensiviert und den Waffenplatz für die Landung von Verstärkungen vorbereitet.

Erstmals sei ihnen zur Sicherung ihres Perimeters das System Streletc zur Verfügung gestanden, das einen Verband wie die 76. Division umfassend schütze. Zu einem Satz Streletc gehören acht schultergestützte Flab-Raketen 9K338 Igla-S (NATO-Code SA-24 Grinch). Die Luftbeobachtung sei auf 360° jederzeit gesichert.

Fallschirmjäger der 76. Luftlandedivision.

Waffendemonstration der Stärke.

Die Fallschirmjäger hätten sofort ein Dispositiv von Stützpunkten aufgezogen und Patrouillen im Zwischengelände aufgenommen. Alle Stützpunkte und Patrouillen seien mit dem Kommandoposten permanent verbunden, so dass die Alarmierung zeitverzugslos funktioniere. Jeder Wachtkommandant werde auf einem sicheren Kanal sofort informiert, wenn sich in einem Sektor etwas ereigne.

Spürer mit seinem Gerät.

Minenräumer suchten mit Detektoren das gesamte Gelände auf vergrabene Minen ab. Notfalls entschärften sie die Gefahr. Besonders Augenmerk schenkten Spürer atomarer, biologischer und chemischer Bedrohung. Sie seien mit dem notwendigen Gerät gerüstet, um solche Gefahren sofort zu erkennen. 

Soweit das Communiqué, das etliche Passagen mit Binsenwahrheiten enthält. Dennoch ist es nicht zu unterschätzen:

  • Es gibt Einblick in eine der wichtigsten Divisionen der russischen Streitkräfte. Es wird angenommen, dass die 76. Gardeluftlandedivision mit Standort Pskow bei der Inbesitznahme des strategischen Flughafens Riga eine gewichtige Rolle spielen würde. Mit der 76 trägt sie eine prestigeträchtige Nummer aus dem Zweiten Weltkrieg.
  • Erstmals berichtet der Generalstab vom Manövereinsatz des umfassenden Systems Streletc. Dieses zeugt vom Gewicht, dass die russischen Streitkräfte der eigenen Absicherung beimessen.
  • Soeben nannten in Afghanistan Briten und Amerikaner diesen Auftrag OpSec, Operational Security. In Russland heisst das anders; aber offensichtlich nimmt die Fallschirmelite auf einem weissrussischen Waffenplatz das permanente Erfordernis für eine jede Truppe so ernst wie ihre angelsächsischen Waffenbrüder in Kabul.