BISS – Drohnen, die Waffe der Stunde

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Kampfdrohne MQ-9A Reaper.

Mit der AGM-114 Hellfire legten die USA im Januar 2020 den iranischen Generalmajor Soleimani um.

Nur zweimal griffen die amerikanischen Streitkräfte zur Waffe, als sie in ihrer beispiellosen Kabul-Evakuation über 100’000 Menschen in Sicherheit flogen:

  • Zuerst rächten sie den ISIS-Anschlag am Abbey Gate des Flughafens Kabul. In Afghanistans Süden hatte die CIA drei gefährliche ISIS-Planer aufgespürt. Die drei Terroristen begaben sich im Automobil aufs offene Land. Eine MQ-9A Reaper verfolgte das Fahrzeug und traf es mit einer AGM-114 Hellfire, einem a.o. präzisen Geschoss. Zwei Terroristen wurden getötet, der dritte schwer verletzt.
  • Dann galt es, ein weiteres Attentat am Airport-Zaun zu verhindern. Ein ISIS-Personenwagen  fuhr mit Sprengstoff und womöglich einem Suizid-Attentäter auf den Flugplatz zu. Wieder setzten die USA ihre MQ-9A Reaper samt Hellfire-Rakete ein. Wieder wurde das Fahrzeug getroffen; jedoch kam auch eine unbeteiligte zehnköpfige Familie um, die mit gültigem Visum angestanden hatte. Dieser Angriff offenbarte den ganzen Schrecken, den Drohnen-Attacken verbreiten.
  • Per Reaper und Hellfire hatte die US Air Force am 3. Januar 2020 schon den gefürchteten iranischen Garde-Kommandanten Generalmajor Kassem Soleimani umgebracht, als dieser vom Flughafen Bagdad in die Stadt gefahren wurde.

Eine a.o. gefährliche Waffe

2019. Die CIA gibt das Trefferbild der iranischen Attacke frei, gegen welche die saudische Flab keine Antwort hatte.

Kampfdrohnen sind ausserordentlich gefährliche, effizient Waffen. Im Karabachkrieg zwischen Aserbeidschan und Armenien entschieden die Aseris den Kampf nicht zuletzt mit ihren türkischen Bayraktar-Offensivdrohnen für sich. Die armensichen Verteidiger fanden in 44 Kriegstagen keine Gegenmittel, keine Abwehrwaffe gegen die tieffliegenden, unvermittelt angreifenden Drohnen.

Wie durchschlagend Kampfdrohnen im Verbund mit Marschflugkörpern wirken, bewies Iran am 15. September 2019. Mit insgesamt 21 Cruise Missiles und Kampfdrohnen griff die Revolutionsgarde über 440 Kilometer hinweg das Zentrum der saudischen Erdölförderung am Persischen Golf an. 18 Geschosse landeten Volltreffer. Ohne den beherzten Einsatz amerikanischer Löschspezialisten hätten die getroffenen Anlagen noch lange gebrannt.

Die saudische Flab erwies sich als nicht-existent: Schon technisch-taktisch war die der Attacke nicht gewachsen; und nach dem im Islam heiligen Freitag schliefen die Wachen zwischen Mitternacht und Morgengrauen.

Irans Marschflugkörper Hoveizeh.

Akute Gefahr für alle

Marschflugkörper und Drohnen stellen für alle, ausnahmslos alle, eine akute Gefahr dar. Auch die Schweiz weist gegen die tieffliegenden Waffen ein Loch auf – oder amtlich gesagt: eine empfindliche Fähigkeitslücke. Am berechtigten Analysen und Aufrufen prominenter Persönlichkeiten fehlt es nicht. Wir haben allen Grund, die Warnungen ernst zu nehmen.