BISS – Die gute Nachricht: Huissoud geht

Standard

 

 

 

 

 

Die gute Nachricht zum Sonntag: Huissoud geht, oder genauer: Michel Huissoud, der rote Chef der Eidg. Finanzkontrolle, tritt Ende August 2022 in den Ruhestand.

Hurra! möchte man als Soldat und Staatsbürger ausrufen. Huissoud ist der tückischste, der gefährlichste Abschaffer unserer Armee. Das bezeugt er selbst:  “Mit zwanzig war ich im Soldatenkomitee, das damals nahe der marxistischen Liga war. Es war mir ein Anliegen, mich gegen den Missbrauch der Macht zu wehren, den ich in der Armee erlebt habe.”

Die Urzelle der GSoA

Soldatenkomitee! Da läuten bei älteren Semestern die Alarmsirenen. Die Soldatenkomitees waren zu Huissods Zeiten die Vorgänger der GSoA. Es war eine indifferente Zeit:

  • Einerseits hatte die in vielem missglückte Oswald-Reform die Rechte der Soldaten nochmals markant gestärkt. Stets hatte das Dienstreglement die Rechte der Soldaten gegenüber ihren Vorgesetzten korrekt geregelt. Mit der Oswald-Reform konnte von “Missbrauch der Macht” noch weniger die Rede sein als zuvor in der Armee 61.
  • Dennoch wühlte eine verschwindend kleine Minderheit von Soldaten in den Einheiten gegen die Armee, der sie damals noch angehörten; es war lange vor der schwärzesten Stunde des Schweizer Parlaments, als dieses 2009 die freie Wahl einführte.
  • Im Dienstbetrieb, in der Leistung der Einheiten, hatten die Komitees wenig Einfluss. In einer Batterie kannte man die zwei, drei Kanoniere, die im Auftrag des örtlichen Komitees Sand ins Getriebe zu streuen suchten. Doch auftrumpfen konnten sie höchstens im Ausgang, wo sich zivile Komiteechefs in Beizen nahe der Kasernen eingerichtet hatten. Die Batterie aber schoss schnell, präzis und fehlerlos, die Motorfahrer brachten Mannschaft und Kanonen unfallfrei ans Ziel.

Was zählt, ist die Tatsache: Die Soldatenkomitees waren die Urzelle der GSoA. Sie wurde 1982 im Restaurant Kreuz in Solothurn von 120 Armeegegnern gegründet. 1986 übergab sie der Bundeskanzlei jene 111’300 Unterschriften für die Abschaffung der Armee, die 1989 zu ihrem ersten Abstimmungserfolg führten: zu einem Drittel Stimmen gegen unser Wehrwesen.

Von Widmer-Schlumpf protegiert

Und noch 2021 rühmt sich Michel Huissoud seiner Vergangenheit im Soldatenkomitee. Dummerweise führt er, 2014 von Bundesrätin Widmer-Schlumpf protegiert, die gefürchtete Finanzkontrolle. Vor Jahren klagte ein Vertrauter hoch oben in der VBS-Hierarchie: “Gegen die Armee sucht und wühlt er, wo er kann; auch dort, wo es nichts zu beanstanden gibt. Er ist der schlimmste Gegner überhaupt, den unsere Armee hat. Wir sind machtlos gegen ihn.”

Zum Schluss gibt sich Huissoud für das alljährliche Vor-Sommerferien-Theater seiner angestammten GSoA her. Präzis terminiert auf den Freitag vor den Ferien eröffnet er sein letztes Feuer auf die Armee – Ziel natürlich der F-35. Intuitiv hatte er erkannt: Im ganzen GSoA-Gruselkatalog gegen den Jet ist die üble Behauptung die gefährlichste, die Kosten liefen aus dem Ruder. Frei Haus liefert er der GSoA den Bericht, der ehrlich den Titel tragen müsste: “Das Fass ohne Boden.” Radio DRS trägt eine andere Gerüchtelinie gegen Viola Amherd bei, nur der Mitte-Redaktor Urs Leuthard hält in der Tagesschau gerade.

Jetzt geht Huissoud. Vorsteherin des Finanzdepartementes ist nicht mehr Eveline Widmer-Schlumpf, Chef ist Ueli Maurer, ex-Kommandant eines Radfahrerbataillons.