BISS – Die fünf schrägsten Vögel

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Eines vorweg: Man möge verzeihen, dass wir die einschlägige Armeegegnerin PSG, Priska Seiler Graf, nicht prämieren; sie entlarvte sich – lang ist’s her – in Italien im Leonardo-Werk selber als Dilettantin: “uuuuiii! da hat es ja Waffen dran!”

Für die Preisverleihung bieten sich genug andere an.

Rang 1: Kassandra-Preis an Fabian Renz

Als dem Tages-Anzeiger die Argumente gegen den F-35 ausgingen, erweckte im Bundeshaus Fabian Renz das Top-Gespenst der Schweizer Linken zu neuem Leben: 2023 führe Donald Trump wieder Wahlkampf; und genau dann stehe die GSoA-Initiative zur Abstimmung. Für die Wiederbelebung der Polit-Leiche verdient Renz den Preis, der nach Kassandra benannt ist, der tragischen Heldin, die immer nur Unheil prophezeit.

Bonus-Punkte holt Renz für die Frage des Jahres: Hat der (dumme) Bundesrat vergessen, “dass da noch Donald Trump ist?”

Rang 2: Papagei-Preis an Bastien Girod

Zu allem und jeden redet im Fernsehen Bastien Girod. Als es in den SonnTalk ging, flackerte an der Wand Renzens Trump-Gespenst auf. Nicht nur, dass Girod fast wörtlich den Anti-F-35-Katalog des Tagi herunterleierte – nein, auch der böse Trump musste herhalten.

Immerhin bestätigte der grüne Nationalrat: Seit dem 30. Juni 2021 liefert Tamedia den grün-roten Armeeabschaffern ganze Blaupausen für ihre Antwürfe.

Rang 3: Pinocchio-Preis an Marionna Schlatter

Wo es darum geht, den F-35 in Grund und Boden zu verdammen, da gebührt der Spitzenplatz Girods Parteifreundin Marionna Schlatter. Kein Gerücht dumm genug, keine Lüge zu dreist, keine Unterstellung zu frech – Nationalrätin Schlatter ist immer zur Stelle.

Die Pinocchio-Nase verdient sie für die Scheinheiligkeit, sie wolle zur Luftwaffe beitragen. In Tat und Wahrheit gehört sie zu den beinharten Armeeabschaffern, welche die grüne Fraktion in Bern beherrschen (daran sollten wir denken, wenn die Grünen wieder in den Bundesrat wollen).

Rang 4: Comical-Ali-Preis für “NZZ am Sonntag”

Comical Ali war 2003 Saddam Husseins Pressesprecher, der im untergehenden Bagdad die westlichen Korrespondenten derart abstrus “informierte”, dass diese mitten im Krieg in Gelächter ausbrachen. So ergeht es uns, wenn das Schwesterblatt der NZZ von deren Kurs abweicht und grossflächig die Verlierer der Evaluation beklagt: Der tiefe Preis für die 36 modernen F-35 lasse die Mitbewerber “ungläubig rätseln”.

Um Himmels willen! Als ob die Konkurrenten den Skaleneffekt nicht kännten: Je mehr Flugzeuge ein Hersteller verkauft, desto tiefer fallen die Preise aus, die er für Kauf und Betrieb anbietet.

Preis 5: Chamäleon-Preis für B.G.

Als die Basler Zeitung noch von Christoph Blocher und Markus Somm geprägt wurde, vertrat dort Hauptmann B.G. oft Positionen aus dem bürgerlichen Spektrum. Jetzt isst er Tamedia-Brot – und siehe da, nun spitzt er in der Riesensuppe, die das VBS zum F-35 anrichtete, jedes Härchen auf; und sei es noch so dürftig. Wie er auch mehrfach versucht hatte, die Grenadierschule Isone anzuschwärzen, wo sich im Val Serdena ein tragischer Todesfall ereignet hatte.

Für so viel Gewandtheit gebührt B.G. die schillerndste aller Auszeichnungen: der Chamäleon-Preis.