BISS – “Die Emotionen wurden unterschätzt”

Standard

 

 

 

Der F-35 soll fliegen, nicht nur über Nevada, auch über der Schweiz, zum Schutz unseres Landes.

Strikt militärisch geht die OG beider Basel ihren Auftrag an. Führungsstark und mit beeindruckender Stabsarbeit packt sie das Jahr 2022 an, das stärker noch als 2021 im Zeichen des Kampfes gegen die GSoA und ihre politischen Spiessgesellen steht. In der gut gestalteten Zeitschrift “OG inform” analysiert der Vorstand die Kampfjet-Abstimmung vom 27. September 2020, welche die Armee hauchdünn mit gut 8’000 Stimmen Vorsprung gewann. Die OG Basel schreibt:

  • “Aus Sicht des Vorstandes wurde die letzte Pro-Kampagne zu spät lanciert.”
  • “Die Gegner hatten ihre Botschaft bereits placiert, und die Pro-Seite musste mehrheitlich reagieren und klarstellen.”
  • “Die Kampagneaktivitäten waren zu stark auf Bereiche fokussiert, die der Armee und Sicherheitspolitik prinzipiell positiv gegenüberstehen und denen der Bedarf neuer Kampfflugzeuge bewusst ist.”
  • “Die Emotionskomponente wurde unterschätzt, so dass die zumeist rein sachlichen Informationen, insbesondere bei unschlüssigen Wählerinnen und Wählern, ihre Wirkung verfehlten.”

Diese Analyse ist stichhaltig. Und sie erinnert schmerzhaft an das zu Ende gehende Jahr 2021:

  • In der Regel gewinnt eine eidg. Abstimmung die Partei, welche die high grounds, die entscheidenden Höhen zuerst besetzt. 2021 bestimmten die Armeeabschaffer die Agenda. Das Pro-35-Lager suchte zu kontern, so gut es ging. Die ASS bringt ihre PS noch nicht auf den Boden. Dem VBS unterlief der kommunikative GAU mit der sechsten Milliarde; seine Gegner lachten sich ins Fäustchen.
  • Gewiss geht es auch darum, alle Pro-Armee-Kräfte zu mobilisieren, nicht zuletzt in den Kantonen des Mittellandes, der Zentral- und der Ostschweiz. Richtig mobilisiert, gewährleisten sie das Ständemehr.
  • Im Einzugsgebiet der OG beider Basel bietet Basel-Landschaft das Potential, eine halbe Standesstimme pro Armee beizutragen.
  • Darüber hinaus geht es, wie die OG schreibt, um die Unentschlossenen. Wir dürfen nicht nur denjenigen predigen, die ohnehin bekehrt sind. Wir müssen auch die Unschlüssigen in der Mitte des politischen Spektrums überzeugen.
  • Wir dürfen nicht mehr so gedankenblass, so theoretisch auftreten wie 2020. Das Plakat mit der Krankenschwester, dem Polizisten, dem Feuerwehrmann und so weiter verfehlte seine Wirkung – im Gegensatz zum zwar unwahren, aber doppelt emotionalen Gegenschlag: “Nein zu 24 Milliarden für Luxusjets.” Diese GSoA-Botschaft verstanden die Leute, die Fünfer-Reihe mit der Pilotin in der Mitte nicht.
  • Will heissen, und damit hat die OGBB zu 100% recht: Wir müssen die Emotionen ansprechen, wir müssen klar machen: Ohne Sicherheit ist alles nichts, und zur Sicherheit gehört der Schutz vor Gefahren aus der Luft. Aber nicht so gestelzt, nicht so volksfern wie 2020.

Wieder soll der F-35 in Payerne und Meiringen starten (Knuchel).