BISS – Deutschlands neuer Luftlandepanzer

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Der neue deutsche Luftlandepanzer.

 

Siehe auch > China verlegt 33-t-Panzer zur Front

 

  • Mit der Sprache der Bundeswehr ist es so eine Sache. Sie strotzt vor Wortviermastern. Selbst erfreuliche Meldungen vom deutschen Militär drohen in der Amtssprache zu ersticken.
  • Was folgt, ist eine spannende Mitteilung des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw). Sie betrifft den neuen Luftlandepanzer, redet aber vom zukünftigen Luftbeweglichen Waffenträger. Macht nichts. Die Meldung ist aussagekräftig genug. 
  • Wie dem Communiqué zu entnehmen ist, wird die neue Waffe für die deutschen Gebirgsjäger und Luftlandekräfte ausgelegt.
  • Pro memoria: Die Russen und die Amerikaner setzen für ihre starken Luftlandeverbände auf relativ leichte Luftlandepanzer. Der amerikanischen M8 Buford wiegt 22 Tonnen, der russische Sprut-SD, die gefürchteten “Krake”, 18 Tonnen. Auch China bringt den leichten Kampfpanzer ZTQ-15, genannt auch Type-15. Zum Type-15 legt die chinesische Führung Wert auf die Feststellung, er sei luftmobil. Freilich wiegt er 33 Tonnen.
  • Namentlich zur “Krake” entbrannte auch international eine operative Debatte: Luftlandepanzer zählen eindeutig zu den Offensivwaffen. In Moskau suchen Experten das zu relativieren: Die russische Armee habe defensiv gut 50’000 Kilometer Grenze zu verteidigen; für diese Abwehr brauche sie schnell verlegbare Luftlandeverbände.

 

Der Wiesel 1.

Der Wiesel 2 für die deutsche Sanität.

 

Der Luftbewegliche Waffenträger

  • Erstmals präsentiert dasBAAINBw den Gesamtsystemdemonstrator für einen zukünftigen Luftbeweglichen Waffenträger (GSD LuWa)t.
  • Der Luftbewegliche Waffenträger soll die aktuell genutzten Systeme Wiesel 1 nach derzeit knapp dreissig Jahren Nutzung ablösen.
  • Die technisch-logistischen Abhängigkeiten der Hauptkomponenten Wanne, Antriebsstrang und Waffenanlage entsprechen nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik. Derzeit wird die Nutzungsdauer der Wiesel-1-Flotte verlängert. Dies soll die Systeme bis zur Einführung des neuen Waffenträgers ertüchtigen.
  • Der luftbewegliche Waffenträger ist Bestandteil des Programms „Luftlandeplattformen“. Dieses steht für die Gesamtheit aller luftlandefähigen Plattformen, welche neben dem LuWa (Kettenvariante) weitere Einsatzsysteme (Radvarianten) umfassen soll.
  • Die Fähigkeitslücke und Funktionale Forderung für Luftlandeplattformen wurde am 20. April 2020 vom Generalinspekteur der Bundeswehr, Eberhard Zorn, anerkannt und gebilligt.
  • Diese Forderung bildet die Grundlage für die derzeitigen F&T-Maßnahmen (Forschung und Technologie) im Rahmen der Analysephase Teil 2 des CPM-Prozesses (Customer Product Management).

Ganzheitlicher Ansatz

Die Überlegungen zum Luftbeweglichen Waffenträger setzen auf einer ganzheitlichen Betrachtung der Mobilität der Luftlandekräfte auf. Daher wurden im Rahmen der zuständigen Arbeitsgruppe im Planungsamt der Bundeswehr alle erforderlichen Luftlandeplattformen berücksichtigt. Aufbauend auf den ersten konzeptionellen Eckpunkten wurden 2016 die funktionalen Anforderungen analysiert.

Im Sinne eines nachvollziehbaren Forderungsmanagements wurden mit der Truppe in mehreren Workshops aus ministeriell bestätigten Szenarien Vignetten abgeleitet, die auf die Aufträge der Luftlandekräfte und der Gebirgsjäger ausgerichtet waren.

Auf diesem Weg haben erfahrene Nutzer gemeinsam mit den Technikern des BAAINBw in intensiven Diskussionen, die durch die Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft mbH (IABG) moderiert wurden, die funktionalen Anforderungen an das System erarbeitet.

Die Ergebnisse gingen sowohl in die Erstellung des Forderungskatalogs für Luftlandeplattformen als auch für den Luftbeweglichen Waffenträger ein. Mit der Abbildung der Forderungen in dem einheitlich über alle Phasen des CPM nutzbaren Tool „Require 7“ wird das Forderungsmanagement beim LuWa auch der vorangetriebenen Digitalisierung der Bundeswehr gerecht.

Andere leichte und Luftlandepanzer

USA. Der M8 Buford: 22 Tonnen.

Russland. Die Sprut “Krake”: 18 Tonnen.

China: Der ZTQ-15, genannt auch Type-15: 33 Tonnen.