BISS – Der Militärdistrikt Süd: klein, aber stark

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Braun der flächenmässig relativ kleine Militärdistrikt Süd.

Von den faktisch fünf russischen Militärdistrikten ist der Distrikt Süd flächenmässig der kleinste. Auf der Karte kann es der Südlichen Militärbezirks (Южный военный округ) mit Stab in Rostow mit den riesigen Distrikten Zentrum und Pazifik nicht aufnehmen. Schaut man indes auf die Struktur, erkennt man im Heer nur schon an der Zahl der unterstellten Armeen, wie schwer der Süden in der russischen Planung wiegt.

  • Wie dem Distrikt West unterstehen dem Süden drei Armeen mit je einem Armee-HQ.
  • Der Zentrale Distrikt deckt halb Sibirien ab, umfasst aber nur zwei Armeen.
  • Nur der Distrikt Pazifik hat vier Armeen, was direkt mit der langen Grenze zu China und der ausgedehnten Küstenlinie am Pazifik zu tun hat.

Ukraine, Georgien, Moldau, Nahost

Die drastischen schwarzen Linien geben einen Eindruck vom derzeitigen Machtspiel. Der Militärdistrikt Süd beherrscht die Krim und verbindet das Schwarze mit dem Kaspischen Meer.

Über die derzeitige Bedeutung von Russlands militärischem Süden zu schreiben, hiesse Wasser ins Schwarze Meer zu tragen:

  • Für Präsident Putin steht die Verhinderung des NATO-Beitritts der Ukraine zuoberst auf der Tagesordnung. Zu verhindern gilt es für ihn ebenso, dass sich Georgien und Moldau dem Nordatlantikpakt annähern, geschweige ihm beitreten.
  • Was Georgien betrifft, stehen Verbände der 58. Armee in Abchasien und in Südossetien. Ihr Hauptquartier liegt in Wladikawkas, Nord-Ossetien, aber sie beherrscht im Kaukasus den strategischen Roki-Tunnel und somit die Passage nach Tiflis.
  • Ausserdem beherrscht der Süd-Distrikt den Zugang in Richtung Naher Osten, in dem Russland seit dem Eingreifen in den Syrienkrieg 2015 wieder Fuss fasst.
  • Die folgende Aufstellung zeigt die Gliederung des Südlichen Distrikts ohne Verstärkungen. Schon im Frühjahr 2021 und erst recht jetzt verstärkt der Generalstab vor allem auch die Kräfte im Süden erheblich: auf der Krim und entlang der ukrainischen Ostgrenze, an der Russland ohnehin die Bezirke Donezk und Luhansk beherrscht.

Verstärkung aus dem Norden: SS-26-Iskander-Mittelstreckenrakete, auch atomar einsetzbar.

Landstreitkräfte

  • 8. Lenin-Orden-tragende Allgemeine Garde-Armee (8-я гвардейская общевойсковая ордена Ленина армия) – Stab in Nowotscherkassk, Gebiet Rostow;
  • 49. Allgemeine Armee (49-я общевойсковая армия) – Stab in Stawropol, Kreis Stawropol;
  • 58. Allgemeine Armee (58-я общевойсковая армия) – Stab in Wladikawkas, Republik Nord-Ossetien.

Kampfpanzer der 8. Garde-Armee.

Luftwaffe

  • 4. Rotbanner-Orden-tragende Armee der Luftstreitkräfte/Luftverteidigung LSK/LV (4-я Краснознамённая армия ВВС и ПВО) – Stab in Rostow am Don, Gebiet Rostow.

Marine

  • Rotbanner-Orden-tragende Schwarzmeerflotte (Краснознамённый Черноморский флот) – Stab in Sewastopol, Föderale Stadt Sewastopol;
  • Rotbanner-Orden-tragende Kaspische Flottille (Краснознамённая Каспийская флотилия) – Stab in Astrachan, Gebiet Astrachan.

Verstärkung aus anderen Distrikten

Die folgende amerikanische Karte färbt rot die Standorte ein, von denen aus der Generalstab den Süden verstärkt. Im Ural und in Sibirien sind bereits Yekaterinburg und Omsk eingetragen. Neuerdings führen die Luftwaffe und das Eisenbahnkorps zusätzlich Verbände in den Süd-Distrikt, die noch weiter östlich stationiert sind.

Rot die Standorte der Verbände, die jetzt den Südlichen Distrikt verstärken. Helle Fläche das europäische Russland, dann der Ural und gegen Osten dunkler eingefärbt Sibirien und das asiatische Russland.