BISS – “Der hohe Eintrittspreis”

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So wie wir in der Corona-Krise unsere Demokratie und den föderalen Staatsaufbau verteidigten, so müssen wir in den Irrungen und Wirrkungen des Kriegs Sorge tragen zu unserer dauernden, bewaffneten, umfassenden Neutralität.

In der heutigen NZZ schreibt der kluge Kolumnist Dr. Gerhard Schwarz im Wirtschaftsteil, Neutralität funktioniere einigermassen, wenn:

  • “Erstens ein Konflikt weit weg sei.”
  • “Zweitens ein Land mitten im Konfliktherd liegt und sich der Eroberung oder Nutzung als Schlachtfeld dadurch entzieht, dass es auf keine der beiden Seiten kippt.”
  • “Drittens ein Land von einer feindlichen Macht umzingelt ist, sich aber von dieser nicht vereinnahmen lässt.”

Herrlich, nur schon die Sprache. “Nicht kippen”! Wenn wir da an den Bundesrat denken, der am 27. Februar 2022 unter Druck der EU und der Medien kippte, die Neutralität schredderte und dem Land Schaden zufügte.

Gerhard Schwarz weiter:

“Die letzten beiden Fälle verlangen allerdings zwingend, dass der potenzielle Aggressor mit einem hohen Eintritts- und Aufenthaltspreis rechnen muss und dass der Neutrale Äquidistanz wahrt.”

Schwarz ist nicht als Militär bekannt. Doch redet er exakt der dauernden, bewaffneten, umfassenden Neutralität das Wort. Was ist der hohe Eintrittspreis anderes als die bewaffnete Dissuasion, der Wert, den die Politik im Zeichen der unsäglichen “Friedensdividende” auch bei uns den Bach runter spülte.