BISS – Der gefürchtete Stuka-Bomber Ju-87

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Die D-Version. Von ihr baute Junkers vor und im Zweiten Weltkrieg am meisten Exemplare.

Erkennbar hinter der Kanzel das Zwillings-MG 81.

 

  • Wer sich in die Geschichte des Zweiten Weltkriegs vertieft, stösst unweigerlich auf den deutschen Sturzkampfbomber Ju-87. Vom Überfall auf Polen im September 1939 bis zum Untergang des Dritten Reiches im Mai 1945 zählte der Stuka-Bomber von Junkers zu den stärksten Waffen der Wehrmacht.
  • Die Flugrevue widmet dem Stuka einen auch taktisch-technisch sehr kompetenten Beitrag, den wir im BISS gerne übernehmen.

 

Feldflugplatz: Der Sturzkampfbomber Ju 87.

 

Der Sturzkampfbomber mit Abfangautomatik

Als Sturzkampfbomber war die Ju-87 zu Beginn des Zweiten Weltkriegs eine gefürchtete Waffe. Später wurde sie unter anderem als Schlachtflugzeug gegen Panzer eingesetzt. Wir werfen einen Blick auf die technischen Details dieses weltberühmten Flugzeugs.

Zweifellos ist die Ju-87, deren Prototyp 1935 erstmals flog, eines der berühmtesten Kampfflugzeuge überhaupt. Zellentechnisch hatte das Team um den Entwicklungsleiter Dipl.-Ing. Hermann Pohlmann die Ju-87 mit Blick auf höchste Festigkeit ausgelegt.

Der Rumpfteil im Bereich der Kabine baute über vier Hauptholme und Spanten auf. Gemeinsam mit dem Tragflächenmittelstück, zwischen dessen Hauptholmen zwei Tanks untergebracht wurden, bildete diese Sektion konstruktiv eine Einheit.

Ein besonders starker Spant, der als Überschlagschutz und zugleich als mittlere Auflage für die Kabinenhaube diente, trennte den Flugzeugführer- vom Schützenraum. Dabei saß der Schütze auf einem schwenkbaren Sitz, der eher einem Schemel glich. An die Kabine setzte der selbsttragende, mit Versteifungsprofilen vernietete Leitwerksträger an.

Knickflügel als Erkennungszeichen

Mit jeweils vier Kugelverschraubungen, übrigens ein Junkers-Patent, das auch von vielen anderen Herstellern genutzt wurde, waren die Außenflügel am Mittelteil befestigt. Diese waren um vier Grad nach hinten gepfeilt und bauten über zwei Hauptholme, auf.

Die Alubeplankung war mittragend in den Festigkeitsverbund einbezogen. Auch in den Außenflügeln war jeweils ein Tank untergebracht. Ohne Zusatztanks konnte die Ju 87 so etwa 500 Liter Treibstoff aufnehmen.

Der “Möwenknick” im Mittelflügel mit seiner ausgeprägten negativen V-Form hatte übrigens keine Festigkeitsgründe. Er war vielmehr gewählt worden, um dem Piloten einen größtmöglichen Blickwinkel zu ermöglichen. Außerdem bot er den konstruktiven Vorteil, dass so die Fahrwerksbeine relativ kurz gehalten werden konnten.

Sturzflugbremsen – 540 km/h

Querruder und Landeklappen waren hinter der Endleiste als “Hilfsflügel” angehängt. Dabei schlugen die außen liegenden Querruder differenziert beim Setzen der Landeklappen mit nach unten aus, um so ein Maximum an Auftrieb zu erzeugen, was der Ju 87 wiederum kurze Startstrecken und geringe Landegeschwindigkeiten ermöglichte.

Die hell erkennbare Abfangautomatik reduzierte die Fluggeschwindigkeit von 600 auf 540 km/h.

Sehr massive Sturzflugbremsen, die im vorderen Profildrittel an der Flügelunterseite angebracht waren, reduzierten die Sturzgeschwindigkeit, je nach Fluggewicht, auf etwa 540 km/h. Die erlaubte maximale Sturzgeschwindigkeit betrug 600 km/h.

Schutz für die Landeklappen

Steuerungstechnisch zeichneten den Stuka einige Besonderheiten aus, die es wohl in dieser Form bei keinem anderen Flugzeugtyp gab. Zum einen gab es eine eingebaute “Landeklappensicherung” gegen eine Überlastung der Klappen. Sollte ein Pilot im Einsatzstress vergessen, die Klappen einzufahren, hätten sie durch die starke Luftströmung bei höheren Geschwindigkeiten beschädigt werden oder gar abreissen können.

Eine Federmechanik in der Anlenkung verhinderte dies bei der Ju 87. Wurde der durch den Fahrtwind auf den Klappen lastende Druck zu hoch, gaben die Federn nach und ließen die Klappen in die korrekte Stellung zurückfahren.

Kopflastig in den Sturzflug

Noch wichtiger als diese Schutzeinrichtung war jedoch die Abfangautomatik der Ju 87, die verhindern sollte, dass ein Pilot das Flugzeug beim Abfangen nach dem Sturzangriff unbeabsichtigt überlastete. Beim Ausfahren der Sturzflugbremsen fuhr die Höhenrudertrimmung auf kopflastig und leitete den Sturzflug ein.

Dabei konnte der Steuerknüppel nur noch fünf Grad aus der Normalstellung zum Abfangen gezogen werden. Nach dem Abwurf der Bomben fuhr die Trimmung automatisch in die Normalstellung zurück und der Abfangbogen wurde eingeleitet. Durch die Begrenzung des Höhenruder-Knüppelausschlags wurde der Abfangbogen relativ weich gestaltet.

Das maximale Lastvielfache von 6 g konnte so nicht überschritten und die Struktur der Ju 87 nicht überlastet werden. Fuhr der Pilot die Sturzflugbremsen ein, war wieder der volle Höhenruderausschlag möglich. Im Notfall konnte er die Automatik auch übersteuern, wenn er mit einer Kraft von über 30 Kilogramm am Knüppel zog, und so einen engeren Abfangbogen fliegen.

Sicherer Bombenabwurf

Eine weitere Besonderheit zeigte die zentrale Bombenaufhängung unter dem Rumpf. Beim Auslösen schwenkte die Bombe zunächst an einer Traverse nach unten, um sie aus dem Bereich des Propellerkreises zubringen. Erst dann löste sie sich endgültig vom Flugzeug.

Die maximale Bombenlast betrug 1’800 Kilogramm.

Technische Daten

Junkers Ju 87 G-1

Verwendung: Schlachtflugzeug
Motor: Junkers Jumo 211 J-1
Startleistung: 1.044 kW/1.420 PS
Spannweite: 15 m
Länge: 11,50 m
Höhe: 3,88 m
Flügelfläche: 33,6 m2
Rüstmasse: 3.930 kg
Startmasse: 3.960 kg
max. Flächenbelastung: 178 kg/m2
Leistungsbelastung: 4,2 kg/PS
Höchstgeschwindigkeit: 396 km/h
Reisegeschwindigkeit: 326 km/h
Landegeschwindigkeit: 120 km/h
Dienstgipfelhöhe: 7.360 m
max. Reichweite: 1.530 km
Bewaffnung: zwei 3,7-cm-Kanonen mit je zwölf Schuss, ein 7,92-mm-MG 81Z mit 2.000 Schuss