BISS – Das musste ja kommen

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Priska Amstutz und Mario Stäuble bilden gemeinsam die Chefredaktion des Tages-Anzeigers.

Am 5. März 2022 zündete im Tages-Anzeiger der Co-Chefredaktor Mario Stäuble eine staatspolitische Bombe. Er schrieb:

  • “Die Stimmbürger haben 6 Milliarden gesprochen, die Regierung wählte den amerikanischen F-35. 2027 sollte der erste Jet eintreffen.”
  • “Jetzt ist Krieg in Europa. In dieser neuen Realität wirkt es geradezu weltfremd, sich eine Schweiz vorzustellen, die ihren Luftraum nicht selbst verteidigen kann.”
  • “Die heutigen Flugzeuge altern schnell. Es braucht zeitig Ersatz.”
  • “Der Bund muss nun dafür sorgen, dass dies (gemeint ist die GSoA-Initiative gegen den F-35, red.) die Beschaffung nicht verzögert.”
  • “Es liegt am Parlament, die gesprochenen Milliarden rasch freizugeben, und dann am Bundesrat, die Verträge – auch vor der Abstimmung – zu unterzeichnen.”
  • “Putins Krieg ist nicht nur eine Gefahr für die Zukunft der ukrainischen Bevölkerung, sondern auch für die freiheitliche Ordnung Europas und den Schutz unseres Landes.”
  • “Also muss man handeln. Auf allen Ebenen.”

Die Bombe schlug ein.

Offensichtlich hatte Stäuble Kenntnis von einem Plan, den die VBS-Chef Viola Amherd hinter den Kulissen vorantrieb. Sie liess staatsrechtlich abklären, ob der Bundesrat den F-35-Vertrag mit dem Pentagon unterzeichnen kann, ohne die Volksabstimmung zur GSoA-Initiative abzuwarten. Wir drückten an dieser Stelle ein gewisses Erstaunen darüber aus, wie radikal Stäuble im Tagi das Ruder herumgerissen hatte. Die Zeitung übt im Grossraum Zürich Einfuss aus. Sollte die Redaktion Stäubles Kurs übernehmen und fortsetzen, käme das der Armee, der Luftwaffe und der F-35-Beschaffung zugute. Wir äusserten Zweifel:

“Pourvu que ça dure, vorausgesetzt, das hält, pflegen unsere Compatriots in der Suisse romande leise zu zweifeln. Ja, es lohnt sich zu beobachten, wie die linke Clique um den fanatischen Philipp Loser und das Chamäleon-Nest im Bundeshaus auf Stäubles glasklaren Leitartikel reagiert.”

Und siehe da, Loser schlägt zurück

Der Burgfrieden an der Zürcher Werdstrasse scheint nur eine Woche lang gehalten zu haben. Am 12. März 2022 schlägt besagter Loser zurück – nicht im Hauptblatt, sondern im Magazin, dass presserechtlich Finn Canonica und nicht Mario Stäuble untersteht. Loser kleidet seinen Gegenangriff in Fragen, doch ist sonnenklar, wen er zu treffen sucht: den Co-Chefredaktor Stäuble. Lesen Sie selbst:

  •  “Warum ist für viele Bürgerliche klar, dass die einzige valable Antwort auf einen Krieg lauten kann, mehr Geld für die eigene Armee zu fordern? Und das im Wissen darum, dass die Schweizer Armee realistischerweise niemals so stark sein wird, dass sie das eigene Land in einem Angriffskrieg schützen kann?”
  • “Ist Krieg nicht immer das beste Beispiel dafür, wieso es keine gute Idee ist, Geld für eine Armee auszugeben?”

Wie aus dem GSoA-Lehrbuch

Loser redet wie aus dem Lehrbuch der Armeeabschaffer. Er steht den Parteien nahe, welche die Armee abschaffen wollen – und mit ihm das lila-rot-grüne Nest in der Tagi-Redaktion, die an der Werdstrasse das Geschehen zu beherrschen sucht. Wer setzt sich durch?

Das wird in den Schweiz-Spalten des Hauptblatts und im Tagi-Magi jeden Tag und speziell am Samstag abzulesen sein. Es geht nicht nur um die Kommentare. Es geht auch um die Themenwahl, um die tendenziösen Titel, die einseitige Bild- und Karikaturensprache. Wiederholt der Tagi – imVerbund mit SRF – das Spiel, das 2014 im Drei-Tages-Rhythmus den Gripen vom Himmel holte; oft mit Fake News (CIA, schwedischer Botschafter und so fort)?