BISS – Das Gefecht von morgen: ein Szenario

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Ein deutscher Leser sendet der Redaktion das kurze Szenario eines Bundeswehrgefechtes von 2030. Der Nachrichtenspiel beschreibt Prinzipien, mit denen die Automation in der Bundeswehr zielgerichtet vorangetrieben wird. Neben den technischen Faktoren wird geschildert, wie Künstliche Intelligenz (KI) und Automation taktisch so genutzt werden können, dass die Bundeswehr auch das Gefecht von morgen besteht.

Das Gefecht von morgen – ein Szenario

  • Oberleutnant Hertel wird durch einen eindringlichen Alarmton seines Panzers alarmiert. Er ist sofort hellwach.
  • Hertel sichert mit seinem automatischen Einmannpanzer bereits seit 36 Stunden eine Strasse auf der linken Flanke im Gefechtsstreifen seines Bataillons.

Oberleutnant Hertels Lageschirm zeigt T-14 Armata.

  • Ein Blick auf den Lageschirm zeigt, dass der Gegner aus nördlicher Richtung mit mehreren T-14 Armata (die Sicherheit dieser Klassifikation beträgt 96%) in derzeit 3’480 m Entfernung mit hoher Geschwindigkeit (53 km/h) auf seine Stellung zufährt.
  • Die vorgelagerten Aufklärungssysteme liefern fortwährend Lage-Updates.

Automatisches Waffensystem

  • Einer der Panzer hat mit der Wahrscheinlichkeit von 80% einen Messlaser auf Hertels Panzer gerichtet. Da die aufgeklärten Ziele in der freigegebenen Feuerzone liegen, bekämpft das automatische Waffensystem die beiden ersten Feindpanzer mit der Hauptwaffe. Die Waffe trifft. Hertel geht in Deckung.
  • Das Sichtsystem hat vor 8,3 Sekunden mit einer Wahrscheinlichkeit von 70% eine gegnerische Drohne beobachtet, die ihr Zielradar auf Hertels Panzer gerichtet hat. Kurze Zeit später startet das automatische Waffenmanagement von Hertels Panzer eine zielsuchende Rakete. Die Rakete trifft.

Störsender überwunden

  • Der Gegner setzt weiträumig Störsender ein; er deckt das Gefechtsfeld ab. Im ganzen Gefechtsstreifen ist die Funkübertragung auf keinem Frequenzband mehr möglich. Hertels Hauptauftrag lautet Alarmierung des Bataillons. Der starke feindliche Störsender gefährdet die Erfüllung seines Auftrag akut.
  • Das bordeigene Battle Management System beauftragt zwei Kurierdrohnen, die dringende Meldung über die aufgeklärten Feindkräfte zum Gefechtsstand des Bataillons und in den rückwärtigen Informationsraum abzusetzen.
  • Die erforderliche Navigation erledigen die Drohnen vollkommen eigenständig. Sie koordinieren ihre Leistung untereinander und berücksichtigen alle vorliegenden Lageinformationen, um die erforderliche Flugstrecke möglichst sicher und schnell zurückzulegen.
  • Beide Kurierdrohnen erreichen ihre Ziele. Auf dem Gefechtsstand erhalten der Kommandant des Bataillons und dessen Stab Hertels Alarmierung rechtzeitig. Hertel erhält Befehl, sich in die erste Rückfallposition zurückzuziehen, um weiter aufzuklären, zu melden und zu alarmieren. Er führt den Befehl aus und beobachtet den gegnerischen T-14-Armata-Zug und zwei T-15-Schützenpanzer weiter.

Zeitlicher Vorsprung

Der Bataillonskommandant und sein Stab erhalten zeitgerecht wertvolle Informationen. Der zeitliche Vorsprung stärkt das Bataillon in seiner Abwehr. Das Bataillon hält seinen Gefechtsstreifen; die Feindpanzer ziehen ab.

 

Auch der Gegner nutzt den technischen Fortschritt: Blick in den Schützenpanzer T-15.

Der Hersteller nutzt mit der Vernetzung des T-15.