BISS – Da kommen einem die Tränen

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Wir zitieren in jeder Hinsicht berechtigte, notwendige Aussagen aus der heutigen NZZ, Seite 19:

  • “Was bringen als geheim klassifizierte Prozesse, wenn jeder sofort plappert, sobald das Geschäft im Bundesrat ist?” > gemeint ist das Mitberichtsverfahren bei allen Departementen.
  • “Diskretion wäre bei einem Geschäft dieser Grössenordnung eigentlich eine Frage der Professionalität.” > gemeint ist der Kampfjet-Kauf.
  • “Deshalb ist es erstaunlich, dass die Bedenken zweier bürgerlicher Bundesräte offensiv nach aussen getragen werden. Taktische Manöver und tagespolitische Schlaumeiereien scheinen wichtiger zu sein als das Landesinteresse.” > gemeint sind das EDI (Cassis) und EFD (Maurer).
  • Die Kampfjet-Gegner können sich die Hände reiben.” > die GSoA.

Alles bestens, chapeau!

Nur:

  • Wer trat am längsten Tag der Indiscrétins, am 21. Juni 2021, gleich doppelt die Lawine los?
  • Wer publizierte die nur in drei Kopien vorhandenen Gedanken eines früheren hohen Offiziers “tatkräftig” als Primeur, obwohl dieses nur an drei Adressaten privat und ohne jegliche Absicht auf Publikation geschrieben worden war? Und wer veröffentlichte das vor einiger Zeit verfasste Dokument ausgerechnet zwei Tage vor der Bundesratssitzung vom 23. Juni 2021?
  • Und wer jagte in Sachen “VBS-Antrag zum Kampfjet” dem Scoop nach, um dem Fernsehen zuvorzukommen? Wer sorgte dafür, dass auch diese Geheimsache vorzeitig an die Öffentlichkeit gelangte?

Ja, Sie ahnen es: Es war exakt der Autor der oben abgedruckten Zitate.

PS. Auch schon liess der Bundesrat Indiskretionen aus seinem Kreis oder der Verwaltung untersuchen. In der Bellasi-Affäre sollte die Bundesanwältin Carla del Ponte den Indiscrétin finden. In einem Gespräch gestand sie: “Es ist unmöglich, den Informanten zu finden; es fällt leicht, ein Dokument zu kopieren und womöglich anonym einer Redaktion zuzuspielen.” Recht hatte sie, leider!