BISS – Blutiger Jahrestag: 2’300 Raketen, 600 Bomben

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Der 14. und der 15. Mai sind im heiligen Land belastete Tage:

  • Am 14. Mai 1948, einen Tag vor Ablauf des britischen Palästina-Mandats, rief im Filmsaal des städtischen Museums Tel Aviv um 16 Uhr David Ben-Gurion den Staat Israel aus – nach 2’000 Jahren der Diaspora für das jüdische Volk ein weltgeschichtlicher Tag.

14. Mai 1948, 16 Uhr: Ben-Gurion ruft den Staat Israel aus.

  • In der Nacht zum 15. Mai brach der erste Nahostkrieg aus: für Israel der Unabhängigkeitskrieg, den die junge Nation wider aller Erwartungen gewann. An fünf Fronten griffen Ägypten (aus dem Sinai), Jordanien (in Jerusalem), Irak (an der Zentralfront), Syrien (vom Golan) und Libanon (nach Galiläa hinein) den soeben ausgerufenen Staat an.
  • Am 15. Mai räumte Grossbritannien das Feld unilateral: Der letzte britische Gouverneur bestieg in Haifa das Schiff, das ihn nach Hause brachte.
  • Für die Palästinenser, ja die ganze arabische Welt ist der 15. Mai der Tag der Nakba, der Katastrophe. Nach ihrer Zeitrechnung begann mit dem Staat Israel ihre nationale Katastrophe. Während des Krieges 1948/49 wurden rund 750’000 Palästina-Araber, wie sie damals hiessen, nach Ägypten, Jordanien, Syrien und Libanon vertrieben.

Es folgt die Lagenachführung zum bewaffneten Konflikt auf dem Stand von Samstag, 15. Mai 2021, 16.30 Uhr.

Oberstleutnant Conricus, der Armeesprecher, teilte in Ramat Gan, einem wohlhabenden Vorort von Tel Aviv, auf offener Strasse mit:

  • Hamas und Islamischer Jihad nutzten den Nakba-Tag zu unaufhörlichem Beschuss israelischer Ortschaften im Norden bis und mit Agglomeration Tel Aviv, im Osten bis und mit Negev-Hauptstadt Beersheva.
  • Im Verlauf des Samstagmorgens erreichte die Raketenzahl 2’300. Seither sandten die Terroristen Dutzende Raketen mehr nach Israel.

Jonathan Conricus, hier im Negev am Gazastreifen,

  • In Ramat Gan kam es zu tragischen Verlusten. Auf einer belebten Strasse schlug eine Rakete ein, aus der Dutzende Splitter in die Luft gingen. Conricus zeigte einen Splitter, der eine Frau getötet hatte; sie hatte den Bunker nicht rechtzeitig erreicht.
  • In Beersheva forderte ein starkes Wrackstück einer Hamas-Rakete Opfer. Die Rakete war von der Iron-Dome-Flab abgeschossen worden, aber Wrackteile fanden den Weg in ein Aussenquartier, wo in einer Häuserzeile ein einzelnes Haus zerstört wurde.

Szenen wie in einem Bürgerkrieg

  • Aus etlichen gemischt arabisch-jüdischen Orten kommen Bilder, die an einen Bürgerkrieg gemahnen: Schwere Ausschreitungen werden aus der Kreuzfahrerstadt Akko zwischen Haifa und der Nordgrenze, aus Jaffa direkt südlich von Tel Aviv und, wie gewohnt, aus Lod/Ramle in Zentralisrael gemeldet.
  • Wie erwartet und jedes Jahr explodierte die Lage in Ost-Jersualem und dem Westjordanland. Die Araber setzten dort, sobald die TV-Kameras erschienen, ihr ganzes Instrumentarium an Propaganda in Szene. Die besetzten Gebiete stehen am Rande der dritten Intifada.
  • Von Libanon und von Syrien drangen einzelne Raketen auf israelisches Territorium ein. Ihre Herkunft wird eruiert. Was den teils schiitischen Südlibanon betrifft, handelt es sich nicht um schwere Hisbollah-Barragen wie 2006; dazu waren es nur sporadische Einzelattacken. Dasselbe Fragezeichen stellt sich in Syrien: Die dortige iranische Raketentruppe könnte ganz anders dreinschlagen als mit ein paar einzelnen Geschossen nach Galiläa.
  • Solidarität mit der Nakba bekundeten Demonstrationen in Bagdad und Teheran. Iran drohte Israel erneut mit der Auslöschung. Dieses strategische Ziel teilen die Ayatollahs mit ihren Klienten an der Levante: mit Hisbollah, Hamas und Islamischem Jihad.

Vermittlung läuft an

Wie gegen Ende der ersten drei Gazakriege läuft die internationale Vermittlung an. Die USA (verbündet mit Israel), Ägypten (sozusagen die Mittelmacht) und Katar (ein Sponsor der Terroristen) bemühen sich um einen Waffenstillstand.

Mindestens auf der Zeitachse ist der Ausgang offen.2008/09, 2021 und 2014 wurde Israel nach Waffenstilständen jeweils enttäuscht. Jedesmal wartete die Hamas kurze Zeit. Dann setzte der Raketen-Beschuss wieder ein. Die enthauptete Führung wurde ersetzt, die Raketenstellungen neu aufgebaut und die Schmuggeltunnels wieder gegraben.

Die israelischen Streitkräfte haben – Stand 15. Mai – ihre operativen Ziele noch nicht erreicht. Solange die Terroristen jeden Tag Hunderte Raketen abfeuern, haben die bisher 600 Luftangriffe ihr Ziel noch verfehlt.