BISS – Biden widersprach dem eigenen Geheimdienst

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Biden – zuversichtlich bis zur Katastrophe.

Zu den grossen Verlierern von Kabul gehört Präsident Biden. Der Demokrat war mit dem Versprechen angetreten, er werde das angeschlagene Vertrauen der Alliierten in die USA wiederherstellen. Auch wenn er für die Fehler seiner Vorgänger Obama und Trump nichts kann, lasten ihm seine Kritiker die mangelhafte Planung und Durchführung des ultimativen Rückzuges an. Zu den aktuellen Fragen zählt:

  • Versagten die teuren, personell starken Geheimdienste?
  • Oder deutete der Präsident deren Erkenntnisse falsch? bewusst oder unbewusst?

Schon unmittelbar, nachdem das afghanische Kartenhaus umgekippt war, legten wir die Gretchenfrage Top-Geheimdienst-Experten vor. Ihre Antwort war klar:

  • Im “ewigen” Konflikt von Nachrichtendiensten und Auftraggebern fällt die Schuld diesmal auf die Politik, lies: auf den Präsidenten.
  • Die Agenten vor Ort warnten spätestens Anfang Juli 2021 vor dem kommenden Durchmarsch der Taliban. Aber Biden wollte oder konnte ihre Aussagen nicht übernehmen, weil sie ihm politisch nicht in den Kram passten. Oder er misstraute seinem eigenen Geheimdienst – wie sein Vorgänger.
  • Das verleitete ihn auch gegenüber dem amerikanischen Volk zu viel zu optimistischen Prognosen. Noch in der Woche vor Sonntag, dem 15. August, verbreitete er den Eindruck, die Taliban stünden noch weit von Kabul entfernt.

So weit, so einleuchtend.

Nun bestätigt ausgerechnet die New York Times (NYT) die Sichtweise der Dienste. Beim besten Willen kann man der parteiischen, aber einflussreichen Zeitung nicht unterstellen, sie arbeite gegen Biden. Im Gegenteil: Nachdem ihre Redaktoren vier Jahre lang täglich gegen Trump angeschrieben hatten, versprachen sie sich von den Demokraten neuen Schwung, neue Integrität, ein “besseres Amerika”.

Nun aber heisst es in der NYT:

  • “Die Rapporte der Nachrichtendienste wurden aus Afghanistan während des Sommers immer deutlicher, obwohl Präsident Biden auch öffentlich andere Zusicherungen abgab.”
  • “Schon im Juli berichteten die Geheimdienste realistisch. Sie warfen die Frage auf, ob und wie lange die afghanische Armee und Polizei noch ernsthaften Widerstand leisteten. Insbesondere zweifelten sie, dass die Regierung Kabul halten werde.”

In den Nachrichtenzentren grosser Mächte sind Kontakte zwischen Geheimdiensten und Redaktionen an der Tagesordnung, so sehr das Schweizer Ideologen empört. Dass die NYT derart explizit über die Juli-Rapporte aus Afghanistan berichtet, lässt sich nur aus einer Querverbindung zu den Geheimdiensten erklären.

Für Biden ist es ein vernichtendes Zeugnis – umso mehr, als es von einer Redaktion kommt, die ihm so freundlich gesinnt ist, wie sie seinen Vorgänger hasste.